Abgeschlossene Arbeiten 2012

Altarrenovierung nach 27 Jahren vollendet

Barocker Hochaltar der Justinuskirche
Barocker Hochaltar der Justinuskirche

Der etwa zehn Meter hohe, barocke Hochaltar der Justinuskirche wurde 1724 bis 1726 von dem Mainzer Meister Johann Wiess geschaffen. Er ist einer der größten und schönsten Furnieraltäre in Hessen. Im Altaraufbau befinden sich großformatige, qualitätsvolle Holzfiguren des Frankfurter Bildhauers Uhrwercker: der Hl. Josef mit dem Jesuskind, der Hl. Kirchenlehrer Augustinus, die Kirchenpatronin, die Hl. Margarete mit dem Drachen, außerdem zwei große und zwei kleine Engel. Sie alle flankieren ein monumentales Kreuzigungsgemälde des Malers Christoph Jung.

1985 bis 1988 wurde der Altaraufbau wegen seiner massiven Schäden durch Fäulnis, Holzwurmbefall, massive Furnierablösungen, fehlerhafte Ergänzungen mit falschem Holz in Speicher (Eifel) in hunderte von Einzelteilen zerlegt, komplett überarbeitet, aufwendig poliert und vergoldet. Das riesige Gemälde (4,25 x 2,85 m) wurde in Würzburg von seiner verrotteten Dublierleinwand befreit, neu aufgezogen, Leinwand- und Farbschäden ausgebessert. Auch die Figuren wurden überarbeitet, gereinigt, lockere Farben gefestigt, fehlende Teile ergänzt.

Allerdings:
Bei der Vielzahl der gleichzeitig laufenden Arbeiten − Erneuerung des gesamten Kirchenraumes, Einbau von Butzenscheiben, Restaurierung oder Neubau einer Orgel und viele andere − kam es damals zu einer eher halbherzigen Lösung mit Beibehaltung der vorgefundenen dunklen Farbgebung. Dass die Restaurierung des Altartisches und des Tabernakels, die 1985 nicht abgebaut worden waren, ebenfalls unterblieb und erst 2009 nachgeholt wurde, gehört ebenso zur fast 300 Jahre langen Geschichte des Altars wie die Tatsache, dass der Messingaufsatz des Tabernakels (1930) nach 1988 fast 20 Jahre demontiert in einer Ecke stand und erst wieder 2010 restauriert zum Altar zurückkam.

2010 haben die Pfarrgemeinde St. Josef und Dr. Spengler, der Diözesankonservator des Bistums Limburg, die Stiftergemeinschaft Justinuskirche darum gebeten, die Konservierung und Restaurierung des nach über 25 Jahren erneut stark verschmutzten Altars und seiner Figuren finanziell zu unterstützen. Dem hat die Stiftergemeinschaft zugestimmt, allerdings unter der Bedingung, dass eine Kostenteilung Bistum/Stiftergemeinschaft für die Kosten von rund 60.000 € (allein 10.000 € Gerüstkosten!) erfolgt. Es wurde auch Einigkeit über die zweite Voraussetzung erzielt: Die Figuren sollten gründlich untersucht und entsprechend den vorgefundenen Farben und Vergoldungen möglichst ihre ursprüngliche, barocke Farbigkeit zurückerhalten. Das ist dem Restaurator Pracher, Würzburg, nach mehrmonatiger Arbeit, exzellent gelungen. Seit Gründonnerstag 2012 ist das Gerüst verschwunden, auch alle Nebenarbeiten (Chorfenster, Schimmelbefall hinter dem Altar und ähnliches) sind ebenfalls zu einem guten Ende gekommen. Herzlichen Dank dafür an die Fachleute, insbesondere an Dr. Spengler, Limburg, für die hervorragende fachliche Begleitung, an Frau Kenner vom Denkmalamt Hessen und an die großherzigen Spender.

Altargeräte

Altarkreuz des Kriegergedächnis-Altar, das Christus als König zeigt
Altarkreuz des Kriegergedächnis-Altar, das Christus als König zeigt

Zum Abschluss der umfangreichen Restaurierungsarbeiten 1930/32 entwarf der damalige Bauleiter Werner Dobisch für den neu aufgestellten „Kriegergedächnis-Altar“ ein Altarkreuz, das Christus als König zeigt, sowie dazu passende Altarleuchter. Es wurde vor Jahresende restauriert, die Leuchter gereinigt. Es kann in der Ausstellungsvitrine besichtigt werden, bis in der Justinuskirche ab Mai wieder Gottesdienste stattfinden.

Weiterhin wurden eine barocke Wasser- und Weingarnitur, die wieder im Gottesdienst verwendet werden soll, sowie die Taufschale und der Taufkrug der Justinuskirche aus den 30er Jahren des 20. Jahrhundert wieder für den Gebrauch in der Justinuskirche hergerichtet.

Inzwischen wurden auch die acht Kerzenleuchter des Hochaltar fachgerecht gereinigt; weitere sowie eine
Wasser- und Weingarnitur sind ebenfalls wieder hergerichtet worden.

Antoniterraum im Stadtturm

Antoniterraum im Stadtturm
Antoniterraum im Stadtturm

Der Antoniterraum im Stadtturm ist fertiggestellt. Ende Mai wurde im Stadtturm eine kleine Dauerausstellung von Pfarrer Enke eingeweiht Auf Schrift und Bildtafeln und auf Lageplänen kann man sich nun „vor Ort“ über die Antoniter in Höchst, über ihre segensreiche Tätigkeit, über ihre Sammelfahrten, über das „Antoniusfeuer“ und seine Behandlung informieren.

Heilkräuter, die die Antoniter benutzten, findet man wenige Meter weiter im Justinusgarten.

Restaurierung Stadtturm ist beendet

Nistkästen für Fledermäuse am Stadtturm
Nistkästen für Fledermäuse am Stadtturm

Die vorbildlichen Restaurierungsarbeiten 2010/2011 wurden durch die Stadt Frankfurt inzwischen beendet. Zuletzt hat der NABU − wie mit uns vereinbart − Nistkästen für Fledermäuse an der Nordseite des Turms angebracht.

Eine Zusammenstellung von mehreren Fotos, die den Turm vor und nach erfolgter Renovierung zeigen, können Sie hier als PDF-Datei herunterladen:

 

Die Stadt hat den restaurierten Stadtturm der Stiftergemeinschaft vertraglich zur dauerhaften Nutzung als Ausstellungsraum überlassen.