Geplante Arbeiten

Für 2016 beschlossene Restaurierungsarbeiten

Arbeitsplanung für 2016

Reinigung und Konservierung der Antoniusfigur von 1485

Die Figur ist durch Ruß und Staub sehr verschmutzt, Farben sind durch (oder trotz?) Vorbehandlungen in früheren Jahren stark nachgedunkelt. Zum Ursprung der Figur lesen wir im Diarium der Antoniter 1485: „1485 obiit F. Wigandus, qui dedit in honorem S. Antonii de propris pecuniis 173 fl. Decubuit per tres dies. Fecit fieri imaginem S. Antonii Wormatiae et multi contribuerunt.“ Übersetzung: 1485 starb Frater Wigand, der zu Ehren des hl. Antonius von seinem eigenen Geld 173 Gulden hergab. Drei Tage lag er danieder. Er ließ ein Bildnis des hl. Antonius in Worms anfertigen, und viele steuerten dazu bei.) und „S. Antonii imaginem fieri fecit Wigandus piae memoriae“ (Übersetzung: Das Abbild des Hl. Antonius ließ Wigandus frommen Andenkens herstellen.“

Sehr ausführlich befasst sich mit dem Höchster Antonius Hanns Hubach in Hans Bilger, Bildhauer von Worm, Studien zur Wormser Retabelkunst im letzten Viertel des 15. Jh., veröffentlicht in Kunst in Hessen und am Mittelrhein (1994), S. 49-114 und in anderen Veröffentlichungen.

Metternich schreibt zu früheren Restaurierungen im November 1985 „ Der Erhaltungszustand der Figur kann als günstig bezeichnet werden. Die Beschädigungen an ihr bedürfen zwar der Ausbesserung, sind aber nicht gravierend. … Im 19. Jh. war das Bildwerk mit einem Ölfarbenanstrich überzogen worden. Dieser war zwar nicht sehr ansehnlich, konservierte aber die originale Farbfassung des 15. Jh., (Anmerkung: Lt. Rudolf Schäfer „…in schwarz und gold ..“) welche 1932 nahezu unversehrt wieder freigelegt wurde. Heute müssen kleinere Beschädigungen und Risse am Holz repariert werden. Die originale Farbfassung des 15. Jh. bedarf der Reinigung und evtl. Nachvergoldung. Nur an einer Stelle befindet sich eine stärkere Beschädigung. Im 15. Jh. war die geschnitzte Figur vollständig mit Leinwand überzogen und darauf die Grundierung für die Bemalung aufgebracht worden. An der Schulter des Heiligen haben sich nun Leinwand und Grundierung gelöst und der Holzkern liegt frei. Der Schaden ist jedoch leicht zu beheben.“

Der Restaurator Pracher am 1. März 1986 beim Abtransport der Figur nach Wiesbaden dem Höchster Kreisblatt erklärt: „… die Oberfläche der Plastik (ist) stark verschmutzt. Die frühere Feuchtigkeit in der Justinuskirche hat auch an dieser Plastik einen Nährboden für Bakterien geschaffen, zumal man den „Antonius“ lange nicht mehr gereinigt hat. Die Holzplastik ist nach Aussagen des Restaurators Pracher mit einer Leinwand überzogen. Darauf ruht ein Kreidegrund, der Basis für die Harzölfarben bot. Neben einer Reinigung wird an dieser Plastik dann mit Firnis die Oberfläche gesichert. Konservierende Maßnahmen schließen offene Stellen in der Oberfläche, was zum Auftragen der schwachen Farben – es werden keine deckenden Farben bei der Restaurierung verwendet – notwendig ist. ..“ Über die 1986 erfolgten Arbeiten haben wir keine Unterlagen mehr.

Es liegen jetzt ein Angebot von Pracher und zwei der Restauratorin Friederike Schäfer, Schlangenbad, vor, die vom Landesdenkmalamt und Professor Dr. Kloft empfohlen wird. Wir schlagen daher die Beauftragung von Frau Schäfer vor.

Wissenschaftliche Untersuchung der Fassung der Antoniusfigur von 1485

Bisher ist nicht bekannt, wer diese hervorragende Schnitzarbeit einmal erstellt hat. Es könnte nun über eine Fassungsuntersuchung geklärt werden, was der ursprüngliche Zweck der Figur war, ob die Erstfassung oder eine frühere Fassung in der Fläche erhalten ist und ob es Anhaltspunkte für die Richtigkeit der Vermutung gibt, dass sie von Hans von Worms (Hans Bilger) stammt.

Es liegt ein Angebot des Landesdenkmalamtes vor.

Die Transportkosten werden gesondert berechnet. Auch hierfür wären wir mit einer analogen Kostenverteilung einverstanden. Die Kostenhöhe ist derzeit unbekannt.

Reinigung und Konservierung des Leinwandgemäldes „Emmaus-Mahl“ und des Rahmens

Das Leinwandgemälde (1,26m x 1,78 m x 0.02 m) hängt auf der nördlichen Chorseite hoch über dem Chorgestühl. Es ist die Darstellung des Emmaus-Mahls nach Bernardo Strozzi des 17. Jh. Das zuletzt vor 30 Jahren abgenommene Bild, das durch Ruß und Staub sehr verschmutzt ist soll grundkonserviert werden (u. a. Reinigung, Festigung lockerer Malschichten, Kittung und Retusche, Firnisabnahme). Hierzu liegt ein Kostenvoranschlag von Pracher, Würzburg, vor.

Wir wollen versuchen, für eine kostenlose Abnahme des Gemäldes die Feuerwehr des Industrieparks Höchst zu gewinnen.

Nach Rückkehr des Gemäldes in die Kirche soll es – besser sichtbar und aus konservatorischen Gründen – an der wärmeren Südwand über dem Chorgestühl aufgehängt werden.

Einscannen von Literatur zur Justinuskirche

Die wichtigste Literatur zur Justinuskirche von Siering, Hensler, Scriba, Rauch, Rudolf Schäfer, Wolfgang Metternich, Dobisch, Stiehl, Becker und Stolleis (Altargeräte, Paramente) - siehe einige Beispiele - ist zum Teil seit Jahrzehnten vergriffen und auch im Internet nicht erhältlich.

Für unsere ehrenamtlichen Helfer und Kirchenführer, aber auch für den Personenkreis, der nach vertiefender Literatur fragt, möchten wir die entsprechenden Bücher oder Artikel einscannen und über unsere Internetseite zur Verfügung stellen.

Der überwiegende Teil der Literatur ist von Dr. Metternich und Dr. Schäfer. Dr. Metternich hat uns vor einigen Tagen für seine eigenen Bücher und für die im Geschichtsverein erschienenen (zum Beispiel Justinuskirche, Antoniter, Bestattungen) hierzu die Erlaubnis gegeben. Für die durch die Hoechst AG gesponserte und durch die Stiftergemeinschaft herausgegebene Literatur haben wir selbst die Rechte. Für Rauch hat Professor Kloft uns die Erlaubnis des Herausgebers mitgeteilt. Für die Bücher von Siering, Hensler und Scriba gibt es keinen Schutz.

Die anfallenden Kosten sind noch nicht ermittelt.

Neuherausgabe des kleinen Kirchenführers zur Justinuskirche

Der erste Kirchenführer von Dr. Metternich erschien 1980 in schwarz/weiß, ein zweiter in Farbe 1988 kurz vor Fertigstellung der umfangreichen Restaurierungen der Justinuskirche 1983 bis 1989. Gedruckt wurden damals 11.000 (!) Exemplare, die nach 28 Jahren bis auf Reste aufgebraucht sind.

Der kleine Kirchenführer, zuletzt günstiger verkauft für 2,50 Euro, wird gerne gekauft und ist eine sichere Einnahmequelle. Er steht nicht in Konkurrenz zu unseren teureren Büchern, zum Beispiel dem 2015 erschienenen Buch von Ernst-Josef Robiné (15 Euro) oder dem kleinen Faltblatt, das gerade kostendeckend abgegeben wird.

Alle damaligen Fotos sind durch die in den letzten 20 Jahren vorgenommenen Restaurierungen deutlich erkennbar überholt, das gilt auch für einige Textaussagen, zu denen es neue Erkenntnisse gibt.

Wir möchten daher in Verbindung mit Schnell & Steiner, einem Verlag, der auf diese Art von Kirchenführern spezialisiert ist und ein modernes Design anbietet, noch 2016 einen neuen Führer herausgeben. Fotos liegen ausreichend vor oder werden nachfotografiert, die Überarbeitung des Textes würden Dr. Metternich oder Robiné übernehmen.

Restaurierung zweier Scheibenleuchter des 15. Jahrhunderts

Bei der Antoniusfigur stehen zwei identische, spätgotische Scheibenleuchter aus Bronzeguss aus dem 15. Jahrhundert mit einem Messingaufsatz aus dem 19. Jahrhundert (Höhe 46,8 cm, mit Aufsatz 65,5 cm). Die – äußerst seltenen - Leuchter waren ursprünglich für sehr große und dicke Kerzen ausgelegt. Im 19. Jahrhundert erhielten sie einen Aufsatz auf die Tropfschale aufgesetzt, um kleinere Kerzen verwenden zu können.

Beide Leuchter sind beschädigt, es gibt zum Beispiel gut sichtbare unsachgemäße Lötungen, ein Stab der neogotischen Ornamentik fehlt.

Aufgrund der Restaurierung des Antonius sollte auch die schon länger geplante Restaurierung der Leuchter erfolgen, damit das Ensemble „Antonius“ bis zum Jahresende wieder in Ordnung ist.

Wartungsvertrag für die konservatorische Wartung der Kunstwerke

In einem regelmäßigen Intervall sollen zukünftig alle Kunstwerke der Justinuskirche überprüft und so frühzeitig Schäden identifiziert werden, zum Beispiel beginnende Ablösung der Malschicht oder Schädlingsbefall. Schäden könnten rascher behoben werden, bevor sie sich ausbreiten. Gedacht ist an eine Überprüfung im Zweijahresrhythmus.

Bauhistorische Untersuchung der karolingischen Justinuskirche

Hierfür gibt es Vorüberlegungen des Landesdenkmalamtes Wiesbaden, Frau Kenner, und des Diözesandenkmalpflegers Professor Dr. Kloft, die diese Mitte Januar in Anwesenheit des neuen Leiters des Landesdenkmalamtes, Dr. Harzenetter, in der Justinuskirche mit Dr. Metternich und Robiné vorbesprochen haben.

Für die Durchführung einer entsprechenden Maßnahme ist laut Frau Kenner mit mindestens 100.000 bis 120.000 Euro zu rechnen. Hinzu kämen Kosten und die Durchführung vorbereitender Arbeiten im Dachstuhl (Entfernung der wohl gesundheitsschädlichen faserigen Dämmschicht, die Einbringung eines begehbarer, dauerhaften Bohlenbodens für die Aufstellung eines Gerüstes und die Untersuchungsarbeit, das Freimachen der Dachfläche von den alten Orgelpfeifen und Gerümpel, vorübergehende Öffnung der Dachfläche für Material usw.).

Darüber wird Frau Kenner in der Kuratoriumssitzung berichten. Sowohl das Denkmalamt als auch Professor Dr. Kloft gehen davon aus, dass ein derartig außergewöhnliches Projekt – historisch und kostenmäßig – im Laufe dieses und des kommenden Jahres zuerst einmal in den zuständigen Gremien vordiskutiert werden muss, auch um an entsprechende Gelder zu kommen.

Der Vorstand der Stiftergemeinschaft ist sich einig, jede Maßnahme zu unterstützen, die historische Klarheit über alle offenen Fragen der Bauzeit bringt. Gleichzeitig steht für dieses Gremium außer Frage, dass die Stiftergemeinschaft bei zurückgehender Mitglieder- und Spenderzahl keine Möglichkeit sieht, sich hier als Verein finanziell zu engagieren.

Veranstaltungen

Höchster Orgelsommer

Rolf Henry Kunz plant dankenswerterweise wieder ein umfangreiches Konzertangebot für den Höchster Orgelsommer 2016. Wir gehen davon aus, dass sich die Konzertreihe zusammen mit dem angesparten Grundstock, dem städtischen Zuschuss und der Finanzierung des Konzertes Europäischer Jazz durch die Infraserv selbst trägt. Das gilt auch für Besonderheiten (zum Beispiel Illumination oder zusätzliche Werbeaktivitäten).

Nacht der Museen

Für die Ausrichtung der Nacht der Museen sind uns 1.000 Euro zugesagt. Außerdem haben wir eine weitere, objektgebundene Spende hierfür. Das ist für das geplante Programm (zwei Chorkonzerte, Führungen, Ausstellung eines Holzkünstlers) ausreichend.

Denkmalschutztag

Dafür fallen keine Kosten an.

Erfahrungsgemäß fallen darüber hinaus im Laufe des Jahres weitere einmalige Kosten an, bei denen die Mithilfe der Stiftergemeinschaft erforderlich ist.