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Die Stiftergemeinschaft


Bericht des Vorstandes über die Aktivitäten 2009

LOGO1. Interne Vereinsaktivitäten
2009 gab es Vorstandssitzungen am 5.01., 3.03., 27.06., 27.10.2009, eine gemeinsame Sitzung mit dem Verwaltungsrat am 21.01.2009, die Kuratoriumssitzung am 17.03.2009 sowie die Mitgliederversammlung am 18.04.2009. Es wurden zwei Mitgliederbriefe am 23.03. und am 9.11.2009 versandt. Der Verein hat am 14.05.2009 eine Steuererklärung abgegeben zur Sicherstellung der Gemeinnützigkeit für 2006, 2007, 2008. Bezüglich des Vereinsregisters waren 2009 keine Änderungen zu melden. Zusammen mit Helfern aus Verwaltungsrat und Pfarrgemeinderat wurde vor Beginn der Dacharbeiten am 2.02.2009 bewegliches Inventar ausgeräumt.

2. Gremien, Veränderungen
Bei den Gremien hat sich 2009 wenig verändert. Durch den Weggang von Pfarrer Eckardt am 11.05.2009 ist dessen Platz im Kuratorium derzeit nur stellvertretend besetzt. Nachdem Stadtdekan Tillmann, Frankfurt, mit 75 Jahren seine Ämter abgegeben hat, bestand Einigkeit mit ihm, seinen Gremienplatz in jüngere Hände zu legen. Er hat den ausgeschiedenen Gremienmitgliedern den Dank der Stiftergemeinschaft für ihre Mitarbeit ausgesprochen. Der Vorstand empfiehlt dem Kuratorium, die folgenden Persönlichkeiten zum Kuratorium zuzuwählen:
Domkapitular Pfr. Dr. Johannes zu Eltz, ab 22.08.2010 zum Stadtdekan von Frankfurt ernannt (ab diesem Zeitpunkt) und (ab sofort) Manfred Ruhs, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Höchst, der gerade für sein ehrenamtliches Engagement in Mariä Himmelfahrt in Mainz-Weisenau durch Kardinal Lehmann ausgezeichnet wurde. Beide sind bereit, im Kuratorium mitzuarbeiten.

3. Mitglieder und Spender, Veränderungen
Derzeit „bedienen“ wir mit unseren Anschreiben 340 Adressen (Mitglieder, Spender, Gremienmitglieder, Presse). Eine Zusammenführung mit den „Orgel-Sommer“-Adressen erfolgt zurzeit). Bei den Adressen sind ca. 130 Mitglieder/Spender mit Zahlungen (insgesamt ca. 15.000 €) feststellbar. Veränderungen durch Todesfälle und Neueintritte lagen jeweils unter zehn.

4. Spendenkontakte

Die Informationspolitik und konkrete Ansprache hat dazu geführt, dass „Altspender“ wieder vermehrt und dabei auch größere Beträge für die Arbeiten in der Justinuskirche zur Verfügung stellen – allen herzlichen Dank!.

5. Arbeiten: Dach (Bistum, Stadt, Land):
Eine „Jahrhundertaktion“ waren die qualitätvolle Neueindeckung des Daches mit Schiefer und umfangreiche, damit im Zusammenhang stehende Arbeiten in Regie des Bistums Limburg, u.a.

6. Durchgeführte Restaurierungsarbeiten (* = mit Kostenbeteiligung Bistum)

7. Anstoß und Mithilfe bei sonstigen Aktionen
Beseitigung eines gefährlichen Wasserstaus der Quelle und von Oberflächenwasser unter der Justinuskirche

8. Inventar: Sicherung, Erfassung, Beschreibung, Wiederbeschaffung
Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist, die sakralen Kunstgegenstände in der Kirche zu sichern aber auch, das Wissen um sie zu sichern und zu verbessern, z. B. durch ein vollständiges Inventar (Text/Bilder), an dem der Vorsitzende arbeitet. Dazu wurden u.a. die Inventarverzeichnisse von Anfang 1900 und Mitte 1800 aus dem Diözesanmuseum Limburg beschafft.

Bezüglich der Altargeräte erfolgte eine genaue Durchsicht und Zustandsbeurteilung mit Dr. Spengler, dem Restaurator Engert (Würzburg) und Robiné/Fröhlich. Dabei gab es einige wichtige Erkenntnisse. Auch war die Rückführung von Eigentum der Justinuskirche aus unterschiedlichen Stellen in Höchst möglich. Durch uns überlassene unbekannte Fotos haben sich auch offene Fragen geklärt (z. B. bezüglich des Tabernakels).

9. Ausleihe der Altarflügel des Kreuzaltars und des Kreuzreliquiars an das Dommuseum Limburg/Frankfurt, Schaden
Unglücklich verlief die Ausleihe der beiden Seitenflügel des Kreuzaltars von 1485 und des Kreuzreliquiars für Ausstellungen im Dommuseum Limburg und Frankfurt. In Frankfurt wurden am Tag vor Heilig Abend die beiden Seitenflügel durch Wärmeeinwirkung so beschädigt, dass sie im Rahmen einer Notbergung zum Restaurator nach Würzburg gebracht werden mussten. Risse im Holz, Abhebungen und kleine Verluste an der Malschicht werden derzeit auf Kosten des Dommuseums behoben.

10. Besucherzahl (Mitte Sept. bis Dezember 2009)
Das Interesse an der Justinuskirche ist ungebrochen: Es gab trotz der langen Sperrung ca. 2000 Besucher (Sept: 250, Okt. 400, Nov 1250, Dez. 100).

11. Führungen
(Kirche war von Februar bis September geschlossen!)
Trotz der Sperrung gab es ca. 15 Führungen durch Vorstandsmitglieder der Stiftergemeinschaft.

12. Information und Werbung, Vernetzung:

13. Verkaufsstand bei Festen
Für die Finanzierung unserer Restaurierungsmaßnahmen und für die Öffentlichkeitsarbeit sind unsere Verkaufsstände wichtig, so 2009 wieder beim Altstadtfest an der Justinuskirche am 4. und 5.07.2009 und beim Weihnachtsmarkt am 28. und 29.11.2009. Peter Abel unterstützte durch diverse eigene Aktivitäten.

14. Arbeiten: Garten hinter der Justinuskirche
Er wurde nach Ende der Dacharbeiten wieder notdürftig hergerichtet, bis zur Öffnung ab 1.04.2010 soll er wieder einen neuen Anziehungspunkt bieten, jetzt mit den überdachten Grabdenkmalen.

15. Orgelkonzerte
Rolf Henry Kunz hat 2009 neun Konzerte im Rahmen des Höchster Orgelsommers und sieben zusätzliche Konzerte angeboten, die gut besucht waren, alle (bis auf die Konzerte am Weihnachtsmarkt) wegen der Bauarbeiten in der Josefskirche. Die Organisation und Durchführung dieser hochrangigen Konzerte sind ein wichtiger Teil unseres Angebotes, für das Rolf Henry Kunz und seinen Helfern sehr zu danken ist.
Finanziell sind sie leider aber dauerhaft zuschussbedürftig. Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit wurden vom Vorstand eingeleitet.

16. Bewachung: Kosten und zukünftige Durchführung
Die Verantwortung für die bewachte Öffnung der Justinuskirche wurde 2009 wieder an die Pfarrgemeinde zurückgeführt. Die Stiftergemeinschaft war aber weiterhin engagiert durch die Bezahlung der Bewachung für ca. 5 Monate an die Pfarrgemeinde, die Suche nach Ehrenamtlichen, die Hilfe bei Bewerberauswahl, Aufgabenbeschreibung und Einarbeitung der neuen Aufsichtspersonen.

17. Dank
Allen Aktiven im Vorstand, Kuratorium und Beirat, den Mitgliedern und Spendern, den Partnern bei der täglichen Arbeit aus Pfarrgemeinde, Bistum und von der Stadt Frankfurt und auch der Presse für Ihre stetige Begleitung unserer Arbeit sagen wir herzlichen Dank. Ihre Mithilfe ist die Voraussetzung für all das, was rund um die Justinuskirche passiert.

Ernst-Josef Robiné Christoph Bucher
Vorsitzender Stellv. Vorsitzender

Anlage

Antrag auf Geldfreigabe für 2010
Stiftergemeinschaft Justinuskirche e. V. 22. Februar 2010

Vorgeschlagene Arbeiten und Restaurierungsobjekte 2010
Antrag auf Geldfreigabe

Weitere Maßnahmen der Stiftergemeinschaft für 2010

Gesamtaufwand 2010 ca. 35.300 €

 


 

Bericht des Beirates für das Jahr 2009

LOGOFür die Justinuskirche kann das Jahr 2008 als außerordentlich erfolgreich bezeichnet werden. Zahlreiche, z.T. substantielle Maßnahmen wurden abgeschlossen, andere fortgeführt bzw. begonnen. Die Anzahl der Projekte und Aktivitäten zeigt, dass es beim Erhalt und der Pflege der Kirche und ihrer Ausstattung keinen Stillstand geben kann und darf. Die Justinuskirche war und ist zu keinem Zeitpunkt „fertig“, sondern bedarf fortwährend der Aufmerksamkeit. Präventive Maßnahmen, wozu auch die im
Rahmen der Inventarisierung Erweiterung und Vertiefung des Kenntnisstandes über
die Kirche und ihre Ausstattung bis hin zum einzelnen Kerzenleuchter gehören, sind
keine Spielerei mit einem der wertvollsten Denkmäler der Kirchenbaukunst in
Deutschland, sondern dienen dem Erhalt der Kunstwerke. Alles Geld, das beizeiten
in die Pflege der Kirche und ihrer Ausstattung investiert wird, mindert in erheblichem
Maße die Kosten bei zukünftigen Sanierungsmaßnahmen.

Im Innern der Kirche wurde der Tabernakel des Hochaltares mit seinem Aufsatz restauriert,
das Altarkreuz neu vergoldet und der Altartisch und der Tabernakelschrank gereinigt und mit Schelllack poliert. Auch wenn der Barockaltar von 1726 einerseits und der Tabernakel im Stil der Neuen Sachlichkeit von 1932 andererseits aus ganz verschiedenen Kunstepochen stammen, bildeten sie doch seit 1932 eine harmonische und vor allem gewollte Einheit, die untrennbar zur Geschichte der Kirche gehört und deshalb zu respektieren ist.

Die größte Maßnahme war zweifellos die Dachsanierung, die im Sommer 2008 durchgeführt wurde. Knapp 80 Jahre nach der großen Renovierung von 1930-32 waren altersbedingte Schäden sichtbar geworden, die mit Einzelflicken nicht mehr zu beheben waren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der größte Teil der Dächer von Chor und Langhaus konnte sowohl im Dachstuhl wie auch der Schiefereindeckung, die spätestens seit dem 18. Jahrhundert das Erscheinungsbild der Kirche bestimmt, von Grund auf saniert werden. Im Gebälk wurden Balken ausgetauscht bzw. durch Unterkonstruktionen abgesichert, die Dachhaut aus Naturschiefer wurde bis auf das Südseitenschiff vollständig erneuert. Die komplette Einrüstung der Kirche gab Gelegenheit, viele weitere Schäden an den Gauben und Fenstern zu beheben. Hinzu kamen Abdichtungen gegen Wasser, der Blitzschutz und die Taubenvergrämung, womit Schäden in der Zukunft zumindest sehr viel später oder gar nicht mehr eintreten werden. Die längere Schließung gab auch Gelegenheit den Kirchenraum und einzelne Ausstattungsstücke (Kronleuchter) gründlich zu säubern. Auch der Bewuchs an der Westwand im Kirchgärtchen wurde entfernt.

Aus Anlass der Einrüstung bis zum Dachfirst konnte auch das schmiedeeiserne ntoniterkreuz auf dem Hochchor mit der darunterliegenden Kugel untersucht werden. In der Kugel fand sich ein Päckchen mit zeitgenössischen Dokumenten von 1932 in der Art, wie sie auch in Grundsteinen niedergelegt werden. Sie wurden geborgen, untersucht und durch neue Dokumente ersetzt. Das Antoniterkreuz, dessen Halterung sehr stark korrodiert war, wurde mit tatkräftiger Unterstützung von Peter Abel neu geschmiedet und dürfte nun für ein weiteres Jahrhundert Bestand haben.

In einem weiteren Zusammenhang mit der Dachsanierung stehen auch die Maßnahmen,
mit denen die Ableitung des Dach- und Oberflächenwassers wesentlich verbessert werden. Die größten Probleme warf dabei die Ableitung des Wassers aus der Quelle unter der Südostecke des Chores auf, ein seit 500 Jahren bestehendes Problem. Hier arbeiteten Vertreter der Stiftergemeinschaft, des Bistums, der Stadt Frankfurt, der Clariant und von Infraserv schnell und reibungslos zusammen, sodass größere Schäden vermieden werden konnten. Kern des Problems war, dass die 1930-32 verlegten Rohre zur Ableitung des Wasser z.T. völlig verstopft waren, sodass der damals gebaute Zugangsschacht voll Wasser gelaufen war und ein Rückstau auftrat. Nicht zuletzt durch von Ernst Josef Robiné aufgefundenen alten Fotos aus dem Archiv des Geschichtsvereins und von alten Plänen aus weiteren Archiven konnte die ursprüngliche Wasserableitung nachvollzogen und das gesamte Wasser von der Kirche abgeleitet werden.

Diese Maßnahmen betrafen auch den Garten zwischen Kirche und Stadtmauer, der natürlich durch die Gerüststellung und die Dacharbeiten stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. Er wurde nach Abschluss der Dacharbeiten wieder hergerichtet und wird mit seinem Kräutergarten, in dem die Heilkräuter der Antoniter, ausgehend von deren Wiedergabe durch Mathias Grünewald auf dem Isenheimer Altar, angepflanzt sind, wieder zu einer Attraktion für die Kirchenbesucher werden. Gleichzeitig wurden die Grabdenkmäler, die bis dato an der Westmauer und sonst im Garten verstreut standen und lagen auf- und abgenommen und konserviert.

Die Grabdenkmäler des 15. - 18. Jahrhunderts, meist von Antoniterchorherren, Pfarrern und Amtleuten in Höchst, stehen nun, nach ihrer Konservierung und Festigung, an der Mauer östlich des Chores, und sind ein durchgehendes Schutzdach gesichert. Zu diesen Epitaphien, die sich ursprünglich im Innern der Kirche befanden, wurden vom eschichtsverein noch die zwei Schlusssteine des Chorgewölbes, die sich lange im Museum für Höchster Geschichte im Höchster befanden und der bislang im Garten des Zollturmes sich befindliche Grabstein der Pfarrer Heinrich Günther und Johannes Suereck von 1451 übergeben.

grabplatte-frueher Grabplatte-heute

Zustand der Grabplatte 2009 und der frühere Zustand 1968


Gerade dieser Grabstein zeigt die Problematik des Aufstellens solcher Steine im Freien. Der mehr als 500 Jahre alte Stein hat in den vergangenen 50 Jahren durch Umwelteinflüsse und Luftverschmutzung derart gelitten, dass die Grabinschrift, die 1968 noch lesbar war, heute gar nicht mehr, die Figuren nur noch schemenhaft zu erkennen sind. Eine Rückkehr der Steine in den Kirchenraum ist ausgeschlossen. Es geht bei diesem Beispiel auch nicht um eine unsachliche Kritik an der neuen, konservatorisch verbesserten Aufstellung, sondern darum, die Aufmerksamkeit für die wesentlich höheren Schadenspotentiale in und um die Kirche zu schärfen. Man wird die Grabsteine im Auge behalten müssen.

Wenn man Schäden schon nicht ganz verhindern kann, ist eine Dokumentation und Inventarisierung umso wichtiger. Sie hält unseren Kenntnisstand über die Kirche und ihre Ausstattung auf dem jeweils neuesten Stand und hilft auch, Gefährdungen oder Schäden frühzeitig zu erkennen. Auch verborgene, wenn auch hörbare, Ausstattungstücke wie die Glocken gehören dazu. Sie wurden, soweit dies in dem engen Glockenstuhl möglich war, aufgenommen, ihre Inschriften gelesen und damit erstmals seit der Publikation von Rudolf Schäfer 1973 eine vollständige und verbesserte Liste erstellt. Mehr noch gilt das für die mobile Ausstattung an Altargerät wie Reliquiare, Kelche, Leuchter, Becher u.a.. Diese müssen nicht nur konservatorisch behandelt oder gar restauriert werden, wie dies für das Kreuzreliquiar im vergangenen Jahr durchgeführt wurde.; ihre Zuordnung zur Ausstattung der Justinuskirche muss auch klar bestimmt und in ihrer historischen Herleitung beschrieben werden. Nur dann können Verluste durch Beschädigungen oder Verlagerungen an andere Orte vermieden werden.

In der Westwand der Justinuskirche wurde das ovale Heiliggeist-Fenster von 1932 von Grund auf restauriert und gesichert. Das Fenster entstand in dieser Form zwischen 1730 und 1740, etwa zeitgleich mit der Orgel. Das Fenster sitzt im oberen Drittel des ursprünglichen Westportals aus dem 9. Jh., dessen Wandpfeiler unter dem Putz noch im Original vorhanden sind. Die heutige Verglasung kam 1932 auf Anregung des damaligen Bauleiters, Baurat Dobisch, an ihren Platz. Stilistisch ist sie ein Pendant zum Tabernakel-Aufsatz auf dem barocken Hochaltar und damit eines der wenigen Ausstattungsstücke, die nach der großen Renovierung von 1930-32 in die Kirche kamen. In dem Glasfenster wurden durch die Fa. Schillings in Schwanheim Risse geschlossen, Fehlstellen im Glas und in der Malerei ergänzt, sowie mürbe und korrodierte Bleistege erneuert. Zur Vermeidung von neuen Beschädigungen wurde außen ein Schutzgitter angebracht.

Die Erfolgsbilanz beim Erhalt der Kirche und ihrer Ausstattung wird allerdings durch einen schweren Schaden an den Flügeln des Kreuzaltares von 1485 beeinträchtigt. Diese waren für die Sonderausstellung über die Limburger Staurothek an das Dommuseum in Frankfurt ausgeliehen worden. Im Verlauf der Ausstellung kam es durch eine Fehlfunktion der Heizung, die nicht rechtzeitig korrigiert wurde, und die Überhitzung der Exponate zur erheblichen Schäden an den Holzpaneelen und der darauf befindlichen Malschicht, die sich in größeren Teilen ablöste und abzufallen drohte. Die Altarflügel und die gefährdeten Malschichten wurden danach am 24. 12. 2009 vor Ort gesichert und unverzüglich in das Atelier für Konservierung und Restaurierung Pracher in Würzburg gebracht. Ein Schadensbericht liegt inzwischen vor, eine weitgehende Behebung der Schäden auf Kosten des Verursachers wird möglich
sein.

Gegen die Ausleihe der Altarflügel sind keinerlei Einwände zu erheben. Das Dommuseum ist eine anerkannte Institution und die museumsübliche konservatorische Behandlung der Exponate war zu erwarten und im Leihvertrag in den im Leihverkehr zwischen Museen üblichen Vereinbarungen festgelegt. Ob es bei der Entstehung des Schadens durch Überhitzung zu einem falschen Verhalten der Verantwortlichen im Dommuseum kam, kann von dieser Stelle aus nicht beurteilt werden, ist aber angesichts der Art der Hitzeschäden auch nicht auszuschließen. Eine Lehre ist aber zu ziehen: Man sollte bei zukünftigen Leihvereinbarungen von dem Recht des Leihgebers, in einem Zusatz zum Leihvertrag genau die erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung der Exponate, insbesondere bei der Klimatisierung und der Verhinderung von Schäden durch äußere Gewalt (Vitrinen, Schutzglasgehäuse), festschreiben, sodass ein Schadensfall so weit als möglich ausgeschlossen wird.

Zum Schluss gilt der Dank des Beirates all denen, die sich auch im vergangenen Jahr wieder intensiv um den Erhalt Justinuskirche gekümmert haben, sei es durch finanzielle Zuwendungen und Spenden, sei es durch persönlich geleistete Arbeiten. Stellvertretend für viele sei hier besonders Ernst Josef Robiné genannt, ohne dessen Engagement die Justinuskirche nicht in dem guten Zustand wäre, in dem sie sich heute befindet.

Frankfurt am Main Höchst, im Februar 2010 Dr. Wolfgang Metternich

 

2008: 25 Jahre Stiftergemeinschaft

25 Jahre Engagement für die Justinuskirche in Höchst

LOGOIdee
1983 wurde die auf Initiative von Erhard Bouillon, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der Hoechst AG, die Stiftergemeinschaft Justinuskirche e. V. gegründet. Ziel war es, das öffentliche Interesse an der Justinuskirche zu verstärken und Geldmitteln für die Restaurierung und Erhaltung der Kirche zu beschaffen, z. B. durch Kirchenführungen, Konzerte, Publikationen.

Einbezogen wurden von Anfang an alle, denen die Justinuskirche am Herzen liegt, die Kirchengemeinde, das Bistum, die Bürgern und Vereine, Firmen und Institutionen, die Stadt Frankfurt, das Land Hessen und der Bund.

Sponsoren, Mitglieder und Helfer - Linksymbol helfen auch Sie!
Hilfe für die Justinuskirche kam und kommt von Beginn an von vielen Einzelpersonen, die mit der Justinuskirche verbunden sind, aber auch von Höchster Vereinen (z. B. Bürgervereinigung 20.000 €; Fischer-Zunft, OSC Höchst, SG Höchst 01, IHH), Banken, Banken, Ärzten und Geschäftsleuten (z. B. Reichert, Fischer, Schlott, HSG Höchst). Die Stiftergemeinschaft hat noch immer einen Kreis von rund 300 Mitgliedern, Spendern, Freunden und Helfern. Der Löwenanteil der Spenden bis 1988, dem Ende der „großen Restaurierungen“ kamen aber von der Hoechst AG (insgesamt ca. 1,5 Mio DM), der Stadt Frankfurt (500.000 DM), der Stadtsparkasse Frankfurt (über 100.000 DM), dem Land Hessen (50.000 DM) und dem Bundesinnenministerium (50.000 DM). Auch das Bistum hat, unterstützt durch die Pfarrgemeinde, zwischen 1983 und 1989 für die Erhaltung der Justinuskirche erhebliche Kosten übernommen.

Aber: Das Geld ist überall knapper geworden und die jährlichen Mitgliedsbeiträge
(20 €/Jahr) reichen noch nicht einmal für die Wartung der Alarmanlage aus. Trotzdem kann im Jubiläumsjahr ein Rekordbetrag von rund 60.000 € für anstehende Arbeiten und Festkosten ausgegeben werden.

Rollenverteilung
Die Justinuskirche ist im Eigentum der Pfarrgemeinde St. Josef Höchst, deren Verwaltungsrat alle Arbeiten zu genehmigen hat. Das bischöfliche Ordninariat in Limburg hat dann die letzte Entscheidung bezüglich des „Ob“ und „Wie“ von vorgeschlagenen Arbeiten. Im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften sind außerdem auch das Denkmalamt der Stadt Frankfurt und die Hessische Landesdenkmalpflege zu beteiligen. Alle diese Stellen, die Bürgervereinigung Höchster Altstadt und der Höchster Geschichtsverein sind in die Entscheidungsgremien des Vereins eingebunden. Mit ihnen arbeitet die Stiftergemeinschaft möglichst eng zusammen und bringt ihre Vorschläge, ihr Engagement, ihre Erfahrung – und das gesammelte Geld - zum Nutzen der Justinuskirche ein.
Siehe dazu auch: Die Linksymbol Gremien des Vereins.

Hinweis: Eine Liste aller geleisteten Maßnahmen und deren Finanzierung finden Sie in einer PDF-Version dieses Berichtes. Sie können diesen Bericht hier Linksymbol downloaden. In der Downloadversion finden Sie auch die hier fehlenden Fußnoten.

Öffnung von Kirche und Justinusgarten
Seit 1988 ermöglicht die Stiftergemeinschaft die beaufsichtigte Öffnung der Justinuskirche auch außerhalb der Gottesdienste. Die aktuelle Öffnungszeit der Justinuskirche und des Justinusgartens richtet sich nach der Jahreszeit und dem Besucherinteresse.

Führungen
Die Stiftergemeinschaft übernimmt seit ihrer Gründung die Führung von Einzelpersonen oder Gruppen in der Justinuskirche und im Justinusgarten nach Terminabstimmung mit dem Pfarrbüro. Zur Webseite der Linksymbol Pfarrgemeinde ...

Orgelkonzerte
Mit einer hervorragenden Konzertorgel und der Einstellung eines hervorragenden, hauptberuflichen Kirchenmusikers, Rolf Henry Kunz, im Jahre 1992 war der Grundstein gelegt, Höchst zu einem Zentrum der Kirchenmusik zu entwickeln. Inzwischen Kunz mehrere Hundert Konzerte mit Künstlern aus der ganzen Welt organisiert oder selbst gespielt. Die Linksymbol aktuellen Termine finden Sie hier...

CD’s – in der Justinuskirche für 12,50 € erhältlich
Bisher wurden in der Justinuskirche 14 CD’ s aufgenommen. Die Tonträger sind in der Justinuskirche oder über das Linksymbol Internet zu erwerben.

Bücher und Broschüren
Seit 1983 hat die Justinuskirche eine ganze Reihe von, Broschüren und Faltblättern herausgegeben, die Sie üblicherweise nur in der Justinuskirche oder wie die CDs auch über das Linksymbol Internet erhalten können.

Internetauftritt / email
Die Stiftergemeinschaft hat einen ständig aktualisierten Internetauftritt unter Linksymbol http://www.justinuskirche.de, in dem die aktuellen Termine sowie Text-/ Bildinformationen Informationen über die Justinuskirche abgerufen werden können. Über email ist die Stiftergemeinschaft unter justinusstifter@email.de erreichbar.

Feste und Werbeaktivitäten
Die Stiftergemeinschaft  beteiligt sich seit seiner Gründung am jährlichen

und meist auch

Daneben wurde mit unterschiedlichen Einzelaktionen Interesse an der Justinuskirche geweckt und für deren Erhaltung und Restaurierung Geld gesammelt, z. B. durch Luftballons für Kinder, Brennstempel auf Baumscheiben des Maibaums als Früstücksbrett, Autoaufkleber, Schirmherr-Schirme, Bierzapfen durch Prominente, Fußballspiele, Ausflugsfahrten (Köln und Lorsch/Steinbach), Drucke mit historischen Ansichten von Bauer (Spende Juwelier Bauer), Helfenbein oder Dittmann, Werbeanzeige in der FAZ, Neuauflage der Höchster Goldgulden durch die Stadtsparkasse Frankfurt, Höchster Gedichte und Lieder, Verkauf von Fleischwürsten (Metzgerei Reichert), Ideenwettbewerb, Versteigerung von Gegenständen, die bekannte Persönlichkeiten gespendet hatten, „Pfeifen“ einer Fußball-Schiedsrichterin, fahrbahres Ausstellungs-Modell der Justinuskirche für Umzüge und Ausstellungen (Messebau Hoechst AG), Stofftiere und selbstgestrickte Zwerge, Herstellen von Münzen mittels einer von der Kreissparkasse zur Verfügung gestellten historischen Münzpresse (z. B. im Hertie-Kaufhaus), Abguss des Antonius mit dem Schwein von der Antoniusglocke der Justinuskirche (Fr. Westenberger), Ausstellungen in der Jahrhunderthalle, im Höchster Schloss, in Banken, Führungen und Vorträge, Aktivitäten für Kinder sowie – siehe dort – Bücher und CD’ s.  

Pressekontakte
Die Presse berichtet regelmäßig und ausführlich über die Justinuskirche und über die Aktivitäten der Stiftergemeinschaft. Auch das Hessische Fernsehen und der Hessische Rundfunkt haben mehrfach aus der Kirche berichtet.

Wenn Sie helfen wollen
Wenn Sie Mitglied werden oder helfen wollen, gibt es dazu Linksymbol vielfältige Möglichkeiten.

Verfasser
Ernst-Josef Robiné, Telefon 06196-63786, Juli 2008