Mitgliederversammlung: Gremien neu gewählt

Während der Mitgliederversammlung am 22. Juni haben die Mitglieder der Stiftergemeinschaft Justinuskirche sowohl über eine neue Satzung als auch über die Besetzung der Gremien entschieden.

Einstimmig nahm die Versammlung den vom Vorstand erarbeiteten Entwurf einer neuen Satzung an. Er sieht vor, daß der Vorstand künftig von den Mitgliedern gewählt statt wie bisher vom Kuratorium bestellt wird. Die Mitgliederversammlung gewinnt an Gewicht. Das Kuratorium bleibt gleichwohl als beratendes und unterstützendes Gremium erhalten.

Ebenfalls einstimmig bestätigten die Mitglieder die bisherigen Amtsinhaber für weitere drei Jahre. Den Vorsitz des Vorstands hat demnach Jürgen Vormann inne. Sein Stellvertreter und Schriftführer bleibt Ulrich Boller, Kassierer Hans-Georg Fröhlich. Die Beisitzer Heinrich Arndt, Karin Hammer, Günter Schöll und Holger Vonhof vervollständigen den Gesamtvorstand. Gemäß neuer Satzung gehören sie qua Amt dem Kuratorium an.

An dessen Spitze steht wie bisher Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef, er wird vertreten von Jürgen Vormann. Beide sind während der konstituierenden Sitzung jeweils einstimmig gewählt worden. Für die Pfarrei St. Margareta gehören ihm Pfarrer Martin Sauer sowie der Vorsitzende des Sachausschusses Justinuskirche Dr.Dr. Oswald Bellinger an. Ihre Sachkunde bringen ebenfalls ein Dr. Maria Wüllenkemper (Hessisches Landesamt für Denkmalpflege), Dominic Müller (Bistum Limburg), Makrina Rose (Denkmalamt der Stadt Frankfurt). Die Mitgliederversammlung entsendet Steffen Egenolf, Dr. Harald Leimsner und Manfred Ruhs.

Den bisherigen Beirat löst ein Fachausschuß ab. Ihm gehören an: Ulrich Boller (Vorsitzender), Markus Grossbach (stellv. Vorsitzender), Karin Hammer, Frank Mayer, Ernst-Josef Robiné, Makrina Rose, Nicola Stauf, Holger Vonhof und Dr. Maria Wüllenkemper. Der Kreis von Fachleuten berät das Kuratorium in den die Justinuskirche betreffenden Sachfragen, besonders der historischen Forschung und erarbeitet die für die Arbeit des Kuratoriums benötigten Stellungnahmen und fachlichen Hinweise.

 

Eine Reise in die Justinuskirche des 9. Jahrhunderts – Filmpremiere im Historischen Museum Frankfurt

Drei menschen verfolgen auf dem Bildschirm den Film zur karolingische Justinuskirche.

Eröffnung der Stadtlaborausstellung am 9. Juni im Historischen Museum Frankfurt.

Pünktlich zum Start der Stadtlaborausstellung im Historischen Museum Frankfurt präsentiert die Stiftergemeinschaft Justinuskirche einen neuen Beitrag zur Dokumentation und Erforschung der fast 1200jährigen Geschichte der Justinuskirche: Ein Film, der den karolingischen Bau des 9. Jahrhunderts virtuell rekonstruiert, feiert Premiere. Er vermittelt eindrucksvoll den ursprünglichen Zustand der Kirche mit den original erhaltenen karolingischen Säulenarkaden mit Kapitellen und Kämpfern.

Bevor im Sommer 2027 hoffentlich, endlich, das Museum im Bolongaropalast seine Türen öffnet, startete am 11. Juni 2026 die Stadtlaborausstellung „Höchst erzählt! Über das Museum im Bolongaropalast“ im Historischen Museum in Frankfurt. Die Vorabschau ist keine 1:1-Vorwegnahme des künftigen Musuems, sondern stellt einzelne Exponate der künftigen Dauerausstellung aus unter dem Leitthema „Wie ein Museum entsteht“. Das künftige Museum wird Teil eines partizipativen kulturellen Zentrums für den Frankfurter Westen. Da darf die Justinuskirche natürlich nicht fehlen.

Die Reise beginnt

Der Film, der pünktlich zum Eröffnungstermin fertiggestellt wurde, nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit in die dreischiffige Basilika, auf einen Streifzug durch die Kirche und um die Kirche. Nach der ausführlichen Erkundung des ursprünglichen Baus geht die Zeitreise weiter zu den baulichen Veränderungen der Gotik im 15. Jahrhundert, die die heutige bauliche Gestalt prägen. Auch die lebensgroße Antoniusfigur aus dem 15. Jahrhundert, die noch heute in der Kirche zu sehen ist, tritt eine kleine Reise in die Vergangenheit an.

Der von der Stiftergemeinschaft Justinuskirche beauftragte Film wurde auf Basis eines schon vorhandenen 3D-Scans von der Firma Architectura Virtualis aus Darmstadt, die auf die digitale Rekonstruktion von Baudenkmälern spezialisiert ist, virtuos umgesetzt.

Wichtig war allen Beteiligten, einen informativen, kurzweiligen Film zu erstellen, der sich an historisch belegbare Fakten hält. Das heißt, Ziel war es, sichtbar zu machen, was noch original vorhanden ist aus dem 9. Jahrhundert, was wurde rekonstruiert und wann setzten bauliche Veränderungen ein. Während die Baushistorie relativ gut belegt ist, konnten andere Fragen bis heute noch nicht abschließend beantwortet werden. So ist zum Beispiel bis heute nicht geklärt, warum der Mainzer Erzbischof Otkar ausgerechnet an dieser Stelle in den 830er Jahren eine für damalige Verhältnisse prächtige Steinkirche bauen ließ. Die Stadt Höchst existierte zu dieser Zeit noch nicht, nur ein paar fränkische Höfe säumten die Landschaft. Da besteht noch einiger Forschungsbedarf – und verschiedene Theorien werden diskutiert.

Der Film läuft in der Ausstellung auf einem einfachen Monitor. Im künftigen Museum wird er Teil einer neuen Medienstation. Diese Station wird Gelegenheit bieten, die Kirche und ihre reiche Geschichte nicht nur visuell zu erkunden, sondern noch viele weitere Informationen und Hintergründe zu entdecken.