Samstagsführungen: Noch ein Termin am 17. Oktober

Letztmalig in diesem Jahr bietet die Stiftergemeinschaft eine öffentliche Führung am Samstag, 17. Oktober, an. Von 11 Uhr an erläutern sachkundige Mitglieder der Stiftergemeinschaft das karolingische Gotteshaus. Die Führung dauert etwa eine Stunde.

Treffpunkt ist die Stele mit dem Sandsteinmodell auf dem Justinusplatz. Anmeldung ist nicht erforderlich.

Das Eintrittsgeld in Höhe von drei Euro fließt ohne Abzug Projekten der Stiftergemeinschaft zu.

Justinuskirche Höchst, Ansicht der Orgel

Konzertsaison in der Justinuskirche abgeschlossen

Barock und Moderne verband das abschließende Konzert in der Justinuskirche. Cellist Egon Buchner und Organist Manuel Bleuel deuteten vor zahlreichem Publikum nuancenreich Marcel Duprés Cellosonate op. 60 sowie farblich weit aufgefächert Karl Höllers „Improvisationen für Cello und Orgel über das Lied ‚Schönster Herr Jesu'“. Die Kombination Bach-Vivaldi prägte den zweiten Abschnitt. Umrahmt von der vierten Solosuite für Cello und der Vivaldi-Sonate B-Dur stand die Bachsche Bearbeitung eines Doppelkonzerts für zwei Violinen des Venezianers. Viel Beifalls spendeten die rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörer, am Ende sogar im Stehen.

Positiv fällt die Bilanz des vergangenen halben Jahres aus. Sowohl was die künstlerische Qualität als auch die Zahl der Besucher betrifft, wie Manuel Bleuel sagt. Der künstlerische Leiter der Konzerte zeigte sich erfreut über den guten Besuch, das „Corona-Tal“ sei durchschritten. Positiv aufgenommen wurde seitens des Publikums eine Neuerung, nämlich der Kartenvorverkauf via Internet bei FrankfurtTicket. Zuletzt erwarben etwa die Hälfte der Konzertbesucher ihre Karten auf diesem Weg.

Nach der Saison ist vor der Saison: Das Team mit Bleuel, Bernd Reh und Ulrich Boller arbeitet bereits an der kommenden Konzertreihe, die voraussichtlich im April beginnt und im September endet. Informationen dazu sind im Frühjahr 2027 an dieser Stelle zu finden.

Erfreulich viele Besucher am Tag des offenen Denkmals

„Schweinepriester“ hat heute einen ziemlich negativen Klang. Zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert jedoch wußte jede Höchsterin, jeder Höchster, daß sich dahinter ein Geistlicher des Antoniterordens verbarg. Sie durften nämlich die grunzenden rosa Paarhufer mit dem Ringelschwänzchen halten. Als Erkennungszeichen trugen die Tiere ein Glöckchen hinter Kopf und Ohren. Schnell bürgerte sich der heute wenig schmeichelhafte klingende Name ein für die Geistlichen, wenn sie ihre Vierbeiner durch die Höchster Gassen führten. Diese Geschichte tauchte mehrfach auf in den Vorträgen am Tag des offenen Denkmals am vergangenen Wochenende. Karin Hammer und Birgit Menzel, beide Kirchenführerinnen in der Justinuskirche, gaben in jeweils einem halbstündigen Vortrag profunde Informationen über den Krankenpflegeorden, dessen Mönche seit 1441 in Höchst ihren Hauptsitz hatten. Diese Vorträge und die Führungen des Höchster Vereins für Geschichte und Altertumskunde durch das ehemalige Antoniterkloster quasi um die Ecke ergänzten einander vorzüglich.
Zahlreiche Interessierte folgten ihren Ausführungen, stellten Fragen, steuerten eigenes Wissen bei. Ähnlich bei den informationsreichen Vorträgen von Heinrich Arndt über die Wechselbeziehung von Religion und Architektur und Ulrich Boller über die Justinuskirche an der Schwelle zur Neuzeit. Bei wechselhaftem Wetter besuchten zahlreiche Interessierte das Gotteshaus, das seit seiner Grundsteinlegung in den 830er Jahren ununterbrochen als solches genutzt wird. Etwa ein Jahrzehnt liegt noch bis zum 1200 Jubiläum des Baubeginns.
Ein gehaltvolles Programm bot das abschließende Konzert auf der Kuhn-Orgel. Lars-Simon Sokola, ein „Gewächs“ der Region und seit einiger Zeit Dozent für Orgel am Hoch`schen Konservatorium Frankfurt, spielte unter anderem Werke von Thierry Escaiche und den 94. Psalm von Julius Reubke.
Mit dem Tag des offenen Denkmals gehen die Aktivitäten der Stiftergemeinschaft in die Schlußphase. Noch dreimal besteht die Möglichkeit, an den öffentlichen Führungen teilzunehmen, und zwar am 19. September sowie am 3. und 17. Oktober, jeweils um 11 Uhr. Anmeldungen sind nicht erforderlich.
Die Konzerte in der Justinuskirche schließen am 20. September um 18 Uhr mit einem Duoabend des Cellisten Egon Buchner und des Organisten Manuel Bleuel, künstlerischer Leiter der Konzertreihe.