Eine Reise in die Justinuskirche des 9. Jahrhunderts – Filmpremiere im Historischen Museum Frankfurt

Drei menschen verfolgen auf dem Bildschirm den Film zur karolingische Justinuskirche.

Eröffnung der Stadtlaborausstellung am 9. Juni im Historischen Museum Frankfurt.

Pünktlich zum Start der Stadtlaborausstellung im Historischen Museum Frankfurt präsentiert die Stiftergemeinschaft Justinuskirche einen neuen Beitrag zur Dokumentation und Erforschung der fast 1200jährigen Geschichte der Justinuskirche: Ein Films mit der virtuellen Rekonstruktion des karolingischen Baus des 9. Jahrhunderts feiert Premiere und vermittelt eindrucksvoll den ursprünglichen Zustand der Kirche mit den original erhaltenen karolingischen Säulenarkaden mit karolingischen Kapitellen.

Bevor im Sommer 2027 hoffentlich, endlich das Museum im Bolongaropalast eröffnet wird, startet am 11. Juni 2026 die Stadtlaborausstellung „Höchst erzählt! Über das Museum im Bolongaropalast“ im Historischen Museum in Frankfurt. Die Vorabschau ist keine 1:1-Vorwegnahme des künftigen Musuems, sondern stellt einzelne Exponate der künftigen Dauerausstellung aus unter dem Leitthema „Wie ein Museum entsteht“. Das künftige Museum wird Teil eines partizipativen kulturellen Zentrums für den Frankfurter Westen. Da darf die Justinuskirche natürlich nicht fehlen.

Der Film, der pünktlich zum Eröffnungstermin fertiggestellt wurde, nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit in die dreischiffige Basilika, auf einen Streifzug durch die Kirche und um die Kirche. Nach der ausführlichen Erkundung des ursprünglichen Baus geht die Zeitreise weiter zu den baulichen Veränderungen der Gotik im 15. Jahrhundert, die die heutige bauliche Gestalt prägen. Auch die lebensgroße Antoniusfigur aus dem 15. Jahrhundert, die noch heute in der Kirche zu sehen ist, tritt eine kleine Reise in die Vergangenheit an.

Der von der Stiftergemeinschaft Justinuskirche beauftragte Film wurde auf Basis eines schon vorhandenen 3D-Scans von der Firma Architectura Virtualis aus Darmstadt, die auf die digitale Rekonstruktion von Baudenkmälern spezialisiert ist, virtuos umgesetzt.

Wichtig war allen Beteiligten, einen informativen, kurzweiligen Film zu erstellen, der sich an historisch belegbare Fakten hält, das heißt abzubilden, was ist noch original vorhanden aus dem 9. Jahrhundert, was wurde rekonstruiert und wann setzten bauliche Veränderungen ein. Während die Baushistorie relativ gut belegt ist, konnten andere Fragen bis heute noch nicht abschließend beantwortet werden. So ist zum Beispiel der Grund, warum der Mainzer Erzbischof Otkar ausgerechnet an dieser Stelle in den 830er Jahren eine für damalige Verhältnisse prächtige Steinkirche bauen ließ, bis heute nicht geklärt. Die Stadt Höchst existierte zu dieser Zeit noch nicht, nur ein paar fränkische Höfe säumten die Landschaft. Da besteht noch einiger Forschungsbedarf – und verschiedene Theorien werden diskutiert.

Der Film läuft in der Ausstellung auf einem einfachen Monitor. Im künftigen Museum wird er Teil einer neuen Medienstation. Diese Station wird Gelegenheit bieten, die Kirche und ihre reiche Geschichte nicht nur visuell zu erkunden, sondern es werden noch viele weitere Informationen und Hintergründe aufbereitet und ergänzt.

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