Konzertsaison in der Justinuskirche begonnen

Vielgestaltig eröffnete der Frankfurter Motettenchor unter Leitung von Thomas Hanelt die neue Saison der Konzerte in Frankfurts ältestem Gotteshaus. Das namhafte Ensemble, 1991 gegründet und seitdem von Hanelt geleitet, zeigte in exzellentem Vortrag einen Querschnitt seines Repertoires. Darunter zu Beginn das Recordare Virgo Mater des Renaissancekomponisten Josquin Desprez (1450-1521) sowie als ersten Höhepunkt die komplette Missa Crux Fidelis von Jean- Marie Plum (1899-1944). Durchsichtig, klangschön und fein konturiert verliehen die Sängerinnen den Partituren Gestalt. Berührend gelang das „Nigra Sum“ des Katalanen Pablo Casals. Der Cellist und Humanist komponierte bisweilen, darunter dieses für Chöre außerordentlich dankbare Werk. Das namensgebende Stück „Lux Aeterna“ (Ewiges Licht), komponiert vom 1978 geborenen Michael John Trotta, stand am Ende der Vortragsfolge. Viel Beifall spendete das Publikum im Kirchenschiff dem Gesang des Chors.

Nächstes Konzert am 10. Mai

Zum 140. Geburtstag von Marcel Dupré spielen Fabian Rieser (Violine) und Manuel Bleuel (Orgel und Klavier) die zu unrecht weitgehend unbekannte Violinsonate op. 5 des französischen Komponisten, dessen Geburtstag sich am 3. Mai zum 140. Mal jährt. Erstrangig als Organist und Virtuose bekannt, so hinterließ der berühmte Schüler von Charles-Marie Widor an St. Sulpice (Paris) auch als Komponist ein umfassendes Oeuvre für verschiedene Besetzungen, das im Konzertwesen größtenteils noch nicht verbreitet ist: Hohe technische Hürden, eine für viele zu moderne Klangsprache und doch immer noch so weit in der Tradition verwurzelt, dass die Musik für andere wiederum nicht weit genug in die Avantgarde springt.

Foto: Bernd Reh

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