Bericht des Vorstands über 2017

Vereinsangelegenheiten

Im abgelaufenen Jahr sind sechs neue Mitglieder der Stiftergemeinschaft beigetreten. Die Zahl der Austritte lag mit vier auf einem niedrigen Niveau; vier Mitglieder sind verstorben. In unserer Adressdatei werden derzeit 261 Mitglieder und Spender geführt. Das unerwartet schnelle Ableben von Rolf Henry Kunz, dem Gründer und Spiritus rector des Höchster Orgelsommers, war für den Verein ein Schock und ein schmerzlicher Verlust zugleich. Es war sein Verdienst, mit dem Orgelsommer, den er 23 mal organisiert hatte, die Justinuskirche weit über die Stadtgrenzen bekannt gemacht zu haben. Zum Abschied von Rolf Henry Kunz wurde am 29. April in der Justinuskirche ein Requiem gehalten. Die Stiftergemeinschaft wird Rolf Henry Kunz ein ehrendes Gedenken bewahren.

Weitgehende Veränderungen gab es in diesem Jahr im Vorstand: bei der gemeinsamen Sitzung von Kuratorium, Vorstand und Beirat am 24. März wurde Dr. Werner Brodt als Nachfolger von Ernst-Josef Robiné zum neuen Vorsitzenden gewählt. Erhard Bouillon würdigte dessen außerordentliche Verdienste in seiner Dankesrede. Robiné gehört dem Verein seit der Gründung 1983 an und war über viele Jahre im Vorstand tätig, davon die letzten zehn Jahre als Vorsitzender. Die Gremien wählten den scheidenden Vorsitzenden einstimmig zum Ehrenvorsitzenden des Vorstands. Mit Günther Schöll und Tobias Werr wurden zwei erfahrene Vereinsmitglieder neu in den Vorstand gewählt.

Für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in der Stiftergemeinschaft sowie seiner Verdienste um die Kirche wurde im September der stellvertretende Vorsitzende Christoph Bucher mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Die Urkunde wurde ihm im Rahmen einer Feierstunde im Römer vom Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann überreicht.

Ehrenamtliche Kirchenaufsicht und Führungen

Die Zahl der Kirchenaufsichtführenden beträgt derzeit13 Personen. Wie in den Jahren zuvor trafen sich die „Ehrenamtlichen“ auf Einladung von Ernst Robiné Anfang August zu einem Erfahrungs- und Gedankenaustausch im Garten des Pfarrhauses.

Die Zahl der Kirchenführungen blieb in diesem Jahr deutlich hinter dem Vorjahr zurück: bis Dezember waren es nur 35 Führungen mit ca. 675 Besuchern (2016: 58 Führungen mit ca. 1100 Personen). Die gesamte Besucherzahl (einschließlich Führungen und Öffnungstagen) lag im abgelaufenen Jahr bei rund 14.400 Personen.

Spenden und finanzielle Situation

Vom Kuratorium wurden im März für 2017 35.000 € als verfügbares Budget für Restaurierungs-arbeiten und weitere Projekte freigegeben. Die finanzielle Situation des Vereins ist weiterhin sehr solide. Auf dieser Basis konnten alle geplanten Arbeiten und Projekte in dem mit Pfarrgemeinde und Bistum abgestimmten Finanzierungsrahmen begleitet werden konnten. Die Gesamt-ausgaben betrugen zum Jahresende dann 36.300 € und lagen damit leicht über dem freigegebenen Betrag.

Von der Infraserv Höchst wurden wie in der Vergangenheit für die Jahre 2017 bis 2019 je 5.000 € zur Sicherung der Kirche gegen Brand und Diebstahl zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erhielten wir für zwei weitere Projekte (Altargeräte- und Paramenten-Katalog) nochmals einen Zuschuß von zusammen 1.500 €.

Vom Kulturamt der Stadt Frankfurt wurden entsprechend unserem Antrag auch in 2017 wieder 2.000 € zur Förderung des Höchster Orgelsommers bewilligt.

Erbschaft Pfarrer Wiedenbauer: Die Vollstreckung der Erbschaft ist noch nicht vollzogen, da der zweite Erbberechtigte noch finanzrechtliche Fragen hatte, die von der Testamentsvollstreckerin des Bistums Limburg bisher nicht beantwortet wurden. 

Die solide finanzielle Basis des Vereins beruht neben den Mitgliedsbeiträgen unverändert auf großzügigen Spenden von Einzelpersonen dar, die teilweise ein Vielfaches des Jahresbeitrages betragen. Besonders erwähnt seien hier Peter Abel und Jürgen Vormann. Von Organisationen aus dem Umkreis, die in der Vergangenheit traditionell die Stiftergemeinschaft unterstützten, sind für 2017 wieder Spenden zugesagt worden.

Allen Mitgliedern und Spendern sei an dieser Stelle sehr herzlich für die materiellen und immateriellen Zuwendungen für die Stiftergemeinschaft und die Justinuskirche gedankt.

Arbeiten und Projekte

Die Sitzfigur des hl. Antonius Abbas konnte nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten in der Werkstatt des Landesdenkmalamtes Wiesbaden Ende März rechtzeitig zum Beginn der Kirchenöffnungssaison wieder in der Kirche aufgestellt werden. Eine umfangreiche Dokumentation zu den an der Figur durchgeführten Untersuchungen und über die durchgeführten Arbeiten wurde an den Vorstand und den Beirat verteilt. Die Gesamtkosten der Untersuchungen und der Restaurierung betrugen 14.423,40 € (Stifter 33 % =4.807,80 €).

Das Chorbogenkruzifix an der Südwand des Hochchores wurde Anfang August abgenommen und einer Grundkonservierung unterzogen. Nach Entfernung des verfärbten Harzüberzuges wurden lockere Farbschichten wieder befestigt. Die Arbeiten wurden in nur 3 Wochen durchgeführt werden, so dass das Kreuz Ende August wieder an seinen Platz zurückgebracht werden konnte. (Kosten: 3.314 €) Die Kosten für diese Restaurierung hat freundlicherweise die Fischer-Zunft Höchst in voller Höhe übernommen.

Das barocke Vortragekreuz wurde ebenfalls einer Grundkonservierung unterzogen, bei der lockere Bereiche der Farbfassung befestigt und geöffnete Anstückfugen der Arme sowie Rissverläufe in der Farbfassung geschlossen wurden.(Kosten: 1.017 €, Stifter 50 %). Ein kleiner Lackschaden an der Predella des Kreuzaltares wurde ebenfalls behoben (Kosten: 69 €). Dieser Betrag wurde gestiftet vom Restaurator Pracher aus Würzburg.

Die aus 1708 datierende Strahlenmonstranz, die in der Vergangenheit mehrfach unsachgemäß repariert worden war, wurde nun fachgerecht restauriert und verlorengegangene Teile wieder ersetzt (Kosten: 7.280 €, Stifter 50 % = 3.640 €).

Neu versilbert bzw. im Innenbereich vergoldet wurde ein kleiner Silberbecher mit drei Kugelfüßen. Der Aufwand hierzu wurde durch das Abreißen eines der Füße während der Arbeiten und der dadurch notwendig gewordenen Neubefestigung höher als ursprünglich geplant. (Kosten: 450 €, Stifter 100 %).

Der aus vergoldetem Silber bestehende Höckel-Kelch und die zugehörige Patene wurde gereinigt und neu vergoldet (Kosten: 2.535 €, Stifter 50 % = 1.268 €). Der Kelch soll demnächst in einer Ausstellung in der Vitrine im Seitenschiff gezeigt werden.

Das Epitaph des Philipp von Reiffenberg und seiner Ehefrau an der Nordwand des Seitenschiffes aus 1548 wurde einer sorgfältigen Grundreinigung unterzogen und die Oberfläche konserviert. (Kosten: 3.332 €, Stifter 100 %)

Auch das danebenstehende Epitaph des Conrad Hofmann aus 1527, das aus der Mainzer Bildhauerschule von Hans Backoffen stammt, wurde gereinigt und die Oberfläche konserviert.(Kosten: 2.085 €, Stifter 100 %)

Das ehemalige Friedhofskreuz auf der Ostseite des Kirchplatzes ist aufgrund seiner exponierten Lage den Witterungseinflüssen unmittelbar ausgesetzt. In der Folge war die Oberfläche des Christuskreuzes durch Luftverunreinigungen und Algenbefall sehr stark verschmutzt und war dringend reinigungsbedürftig. (Kosten: 1.666 €, Stifter 100 %)

Auch die vor einigen Jahren an der Wand des Kirchgartens angebrachten Epitaphien waren stark verschmutzt und die Oberflächen angegriffen. Sie wurden gereinigt und Risse im Steinwerk geschlossen. (Kosten:  2.332 €, Stifter 100 %).

Das Mauerwerk der Mauer zum Kirchgarten war stark angegriffen, so daß die Ausbesserung dieser Mauerschäden angezeigt war. (Kosten: 716 €, Stifter 100 %). Im Kircheninnenraum waren durch Feuchtigkeit kleinere Putzschäden im Sockelbereich an der Westmauer entstanden, die im Zuge mit anderen Arbeiten repariert wurden.

Für die bereits 2016 von Bärbel Frühbeis, Gabriele Rahmannn und Ernst-Josef Robiné fotographisch dokumentierten, teilweise sehr alten und damit kostbaren Paramente (Stola, Manipel, Meßgewänder) wird derzeit eine umfassende Text- und Bilddokumentation erstellt. Diese wird als Druck und auch als DVD der Pfarrgemeinde und dem Diözesandenkmalpfleger zur Verfügung gestellt werden. (Kosten: 1.000 €, Stifter = 100 %). Ein Teil der Paramente wird im Rahmen einer Ausstellung im Herbst 2018 auch der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Für diverse Holzbauarbeiten (Ausbesserung des Fußbodens der Kanzel, Abdichtung von verzogenen Holztüren und -rahmen, fachgerechte Entfernung der hölzernen Auskleidung des Sakramentshäuschens) wurden in Summe ca. 1.000 € aufgewendet.

Nach langjährigen Recherchen hat Dr. Wolfgang Metternich im Juni sein neues Buch Die Justinuskirche in Frankfurt am Main beim Verlag Langewiesche / Königstein im Rahmen der Reihe „Blaue Bücher“ herausgegeben. Die Stiftergemeinschaft hat – ebenso wie die Infraserv Höchst – jeweils 300 Bücher der Paperback-Ausgabe (Preis 14,80 €) sowie 100 Exemplare der gebundenen Leinenausgabe (22,80 €) erworben. Die Bücher werden nun in der Kirche und bei geeigneten Anlässen (Altstadtfest, Weihnachtsmarkt) verkauft. Besonders die wertvollere Leinenausgabe erfreut sich guter Nachfrage.

Die Leporellos mit den kurzen, prägnanten Informationen zur Justinuskirche wurden in Verantwortung von Bärbel Frühbeis durch eine japanische und eine polnische Ausgabe ergänzt, so daß sich die Besucher aus aller Welt jetzt in acht Fremdsprachen informieren können.  Weiterhin wurden rechtzeitig vor der Adventszeit und damit zum Verkauf beim Weihnachtsmarkt 1.000 Weihnachtskarten von der Justinuskirche neu gedruckt. (Kosten: 250 €, Stifter = 100 %).

Justinusgarten

Der für seine vielfältige Bepflanzung und bunte Blumenpracht weithin bekannte Kirchgarten wurde in diesem Jahr zu einem besonderen Publikumsmagneten: zum 300. Todestag der in Frankfurt geborenen Künstlerin und Naturforscherin Maria Sibylla Merian wurde von Ernst Robiné, Werner Kappes und den weiteren Mitarbeitern des Gartenteams eine eigene „Gartenschau“ veranstaltet, bei der die Blumen und Pflanzen im Garten der Justinuskirche mit bebilderten Schautafeln den Besuchern nahegebracht wurden. Parallel wurden im nahegelegenen Antoniterturm Faksimiles und handkolorierte Aquarelle der Künstlerin ausgestellt.

Höchster Orgelsommer und weitere Veranstaltungen

Der 23. Orgelsommer war noch in Gänze von Rolf Henry Kunz vorbereitet worden. Die elf Sonntagskonzerte wie auch das Feuerwerkskonzert zum Abschluß des Höchster Schloßfestes waren gut besucht und wurden von Manuel Braun als neuem Organisten zusammen mit dem Ehepaar Schäfer, Frau Resch und Dr. Russow erfolgreich durchgeführt. Auch finanziell war der Orgelsommer ein Erfolg und konnte damit der zweifachen Aufgabe, nämlich den Bekanntheitsgrad der Justinuskirche über die Stadtgrenzen hinaus zu erhöhen und durch Kartenverkauf und Spenden die Mittel für die Durchführung von konservatorischen Projekten in der Kirche zu beschaffen, gerecht werden. Das Programm für 2018 wurde von Manuel Braun mit Unterstützung durch Ulrich Boller erstellt. Auch beim 24. Höchster Orgelsommer werden wieder namhafte Künstler aus dem In- und Ausland auftreten.

Am Tag des offenen Denkmals im September wurden ca. 250 Besucher von drei Vorstands- mitgliedern und einem ehrenamtlichen Mitarbeiter der Stiftergemeinschaft durch die Kirche geführt. Bei drei Themenführungen waren jeweils ca. 25 interessierte Besucher anwesend.

Trotz der nicht optimalen Wetterbedingungen beim diesjährigen Höchster Altstadtfest fanden Apfelwein und Handkäs gute Nachfrage, so dass die Organisatoren letztlich mit dem Ergebnis zufrieden waren. Auch der traditionelle Weihnachtsmarkt am 1. Adventwochenende war gut besucht und der Glühweinstand stets umlagert. Traditionsgemäß wurde vom Krippenteam auch wieder die Krippe in der Kirche aufgebaut.

Presse

Zur Rückkehr des hl. Antonius Abbas hatten wir Anfang April zu einer Pressekonferenz in die Justinuskirche eingeladen, bei der die durchgeführten Restaurierungsarbeiten und die Bedeutung der Statue im historischen Zusammenhang von Frau Christine Kenner vom Landesamt für Denkmalpflege und Dr. Wolfgang Metternich den Vertretern der Presse und weiteren geladenen Gästen vorgestellt wurde. Die positive Resonanz sowie die danach deutlich angestiegenen Besucherzahlen belegen die Attraktivität unseres Antonius für die Kirche.

Auch zur Vorstellung des neuen Buches von Dr. Wolfgang Metternich über die Justinuskirche wurde eine Pressekonferenz veranstaltet. Das Buch, das reich bebildert ist, dokumentiert den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse und stellt ein umfassendes Nachschlage-werk über die Kirche dar.

Anfang August wurde dann ebenfalls im Rahmen einer Pressekonferenz Manuel Braun vorgestellt, der die Nachfolge von Rolf Henry Kunz angetreten hat. Auch darüber berichteten die Zeitungen ausführlich. Manuel Braun war noch von Rolf Henry Kunz zusammen mit dem Diözesankirchenmusikdirektor des Bistums Limburg als Nachfolger ausgewählt worden. Er hat in Mainz Kirchenmusik studiert, war als Organist in Wiesbaden und in Flörsheim tätig und spielt seit 2013 die Orgel in der Kirche St. Jakobus in Niederrad. Außerdem betreut er auch einige Chöre. Beim Orgelsommer 2017 hat er als Organist bereits auch einige Konzerte begleitet und war bei der Konzertplanung für den 24. Orgelsommer 2018 federführend.

Insgesamt erschienen 2017 mehr als 25 Artikel über die Justinuskirche und die darin durchgeführten Veranstaltungen in den Frankfurter Printmedien.

Die Internetseite der Stiftergemeinschaft wird von Ulrich Boller und unserem externen Dienstleister mit Themen von breitem Interesse und Terminen in und um die Justinuskirche aktualisiert. Die Facebook-Seite von Frau Di Gennaro-Bretzler ist mittlerweile gut etabliert und hat mit über 75 Mitgliedern eine treue Fangemeinde.

 

gez. Dr. Werner Brodt
Vorsitzender

Bericht des Beirats über 2017

Das Jahr 2017 sah zahlreiche erfolgreich durchgeführte Maßnahmen, welche den Zustand der Kirche und ihrer Ausstattung ganz wesentlich verbesserten. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden im Wesentlichen „kleinere“ konservatorische und Reinigungsarbeiten vorgenommen, welche die behandelten Gegenstände jedoch in nachhaltiger Weise für viele weitere Jahre sichern. Denkmalpflegerische Probleme waren dabei nicht zu erkennen. Alle Arbeiten wurden von qualifizierten Fachkräften ausgeführt. Der Vorsitzende hat diese Arbeiten in seinem Jahresbericht bereits aufgeführt und die angefallenen Kosten benannt, weshalb an dieser Stelle ihre bloße Nennung genügt:

- Das barocke Kruzifix an der Südwand der „Vierung“

- Das barocke Vortragekreuz

- Die Strahlenmonstranz von 1708/10

- Ein Silberbecher mit drei Kugelfüßen

- Der Kelch von Rektor Johannes Höckel und die zugehörige Patene

- Das Epitaph des Mainzer Domherren Conrad Hofmann von 1527

- Das Epitaph des Philipp von Reiffenberg und seiner Ehefrau Margarete von 1548

- Die Epitaphien an der Ostwand des Kirchgartens (auch in Zukunft zu beobachten)

- Kreuzaltar: Farbfestigung an der Predella: der Zustand sollte im Auge zu behalten werden

- Das barocke Friedhofskreuz auf der Ostseite des Kirchplatzes

- Reparaturen am Holzwerk (Kanzel, Türen, Sakramentshäuschen fachgerecht)

- Die Wartung der Türschlösser (wird fortgesetzt)

- Die fotografische Dokumentation der Paramente (in Arbeit)

Publikationen

1. Im Juni 2017 konnte auf einer Pressekonferenz in der Justinuskirche das seit langem erwartete Buch über die Kirche vorgestellt werden. Es befindet sich auf dem neuesten Stand der Forschung und ist, dank des großen Engagements des Verlegers, Herrn Hans-Curt Köster vom Verlag Langewiesche, mit 247 Abbildungen und Plänen reich illustriert. Es erschien in der weit verbreiteten und angesehenen Reihe der „Blauen Bücher“ und ist in der Kirche als Paperback zu € 14,80 und als in Leinen gebundene Hardcoverausgabe zu € 22,80 in der Kirche erhältlich. Die Leinenausgabe wurde durch die großzügige Unterstützung der Infraserv Höchst ermöglicht. Dafür noch einmal herzlichen Dank.

Zum Inhalt wurde im Beiratsbericht 2016 ausführlich berichtet. An dieser Stelle sei noch einmal die wichtige Neuübersetzung der Urkunde von 1090 durch Ursula Jaitner-Hahner hervorgehoben, die endgültig, im Zusammenhang mit Ergebnissen der jüngsten Bauforschung, Klarheit über den Teileinsturz vor und die Baumaßnahmen nach 1090 verschafften.

Wenige Tage vor der endgültigen Drucklegung konnte noch ein weiteres wichtiges Forschungsergebnis zur Geschichte der Kirche wenigstens in einigen Sätzen eingefügt werden. Die Justinuskirche des Bauherren, Erzbischof Otgar von Mainz, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein kaiserliches Bauwerk auf Initiative oder im unmittelbaren Interesse Kaiser Ludwigs I. des Frommen. Hierzu ist ein weiterer Aufsatz (Publikationen 3) in Vorbereitung.

2. Zur Zeit ist unter dem Titel „Die Antoniusfigur von 1485 in der Justinuskirche zu Frankfurt am Main-Höchst“ ein Aufsatz über die am 31. März wieder aufgestellte Holzfigur des hl. Antonius im Druck. Sie wird nach Ostern in den „Nassauischen Annalen 2018“ erscheinen. Die Illustrierung des Aufsatzes wird durch die Stiftergemeinschaft Justinuskirche mit Farbaufnahmen unterstützt. Außerdem besteht die Möglichkeit, eine größere Anzahl von Sonderdrucken zum Preis von ca. € 3,00/Stück anzukaufen.

Der Aufsatz behandelt in seinem ersten Teil die Geschichte und die Restaurierungshistorie der Figur des hl. Antonius, letztere nach der Dokumentation von Friederike Schäfer/Nathalie Staaf, und in einem zweiten Teil den Typus der Sitzfigur des hl. Antonius nach vergleichbaren Statuen aus Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien. Dabei konnte eine große Nähe der Darstellung des hl. Antonius zum Typus des Apostels Jacobus Maior in Santiago de Compostela und entlang der Jakobswege in Europa festgestellt werden. An dem Aufsatz hatte auch das Antoniterforum – Vereinigung zur Erforschung des Antoniterordens Interesse. Da sich der tragende Verein „Antoniterforum“ derzeit in Auflösung befindet ist derzeit unsicher, ob diese Publikation noch zustande kommt.

3. Eine weitere in der Entstehung begriffene Publikation zur Justinuskirche behandelt unter dem Titel „Die Spur führt nach Osten... – Die Justinuskirche in der ’Weltpolitik’ des 9. Jahrhunderts“ die oben (Publikationen 1) angesprochene Rolle Kaiser Ludwigs I. des Frommen beim Bau der Justinuskirche im 9. Jahrhundert. Schaut man auf die Umstände ihrer Entstehung, so gibt die Justinuskirche bis zum heutigen Tag Rätsel auf. Warum wurde 835-847 bei dem noch gar nicht vorhandenen Ort Höchst eine so große und prachtvolle Kirche errichtet, die unmittelbar nach der Weihe für 200 Jahre aus der Geschichte verschwindet? Eine neue Untersuchung der Bauglieder mit erweitertem Blickfeld, eine Analyse der Säulen, Kapitelle und Kämpfer führt zu der überraschenden Erkenntnis, dass es sich bei der Kirche wahrscheinlich um ein kaiserliches Bauwerk Ludwigs I. des Frommen handelt, dessen Formengut über die Römerzeit hinaus bis in die Anfänge der klassischen Antike zurück reicht. Das große Vorbild für die Justinuskirche waren byzantinische Bauwerke aus der Epoche des Kaisers Justinian, bis hin zur Hagia Sophia, die ein wesentliches Vorbild für die karolingische Baukunst waren.

Ein direkt auf höchstem Niveau mit der Justinuskirche konkurrierendes Bauwerk war die Salvatorkirche in Frankfurt am Main, die von König Ludwig II. dem Deutschen, Sohn und Gegner Ludwigs I. des Frommen, erbaut und als Kirche der Frankfurter Königspfalz 855 fast gleichzeitig mit der Justinuskirche von Erzbischof Hrabanus Maurus geweiht wurde. Während aus der Salvatorkirche im Verlauf der Jahrhunderte der Frankfurter Kaiserdom wurde, geriet die die Justinuskirche nach 847 ins Abseits, wurde nie wirklich vollendet und erlebte vor 1090 mangels sorgfältiger Bauunterhaltung den Teileinsturz des Südseitenschiffes und des südlichen Altarraumes. Ein kaiserliches Bauwerk im Sinne der renovatio imperii romani und der Reichseinheitsidee ist sie nach Ausweis ihres einzigartigen Bauschmucks, der vor allem auf byzantinische Vorbilder zurückgeht, dennoch.

Das Thema wurde am 21. Februar 2018 bei einem Vortrag des Höchster Geschichtsvereins durch den Autor vorgetragen und öffentlich zur Diskussion gestellt. Nach ergänzenden Recherchen in Chartres, Paris und Jouarre, Frankreich, einerseits, sowie in Rom und Spoleto andererseits wird das Manuskript bis September 2018 abgeschlossen sein und im Frühjahr 2019 als Aufsatz in den „Nassauischen Annalen 2019“ erscheinen.

Maßnahmen

Die Sitzfigur des hl. Antonius Abbas konnte nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten in der Werkstatt des Landesdenkmalamtes Wiesbaden am 31. März rechtzeitig zum Beginn der Kirchenöffnungssaison wieder in der Kirche aufgestellt werden. Eine umfangreiche Dokumentation zu den an der Figur durchgeführten Untersuchungen und über die durchgeführten Arbeiten von Friederike Schäfer/Nathalie Staaf  „Dokumentation – Untersuchungsbericht zur Sitzfigur des hl, Antonius, Justinuskirche Frankfurt-Höchst. Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden-Biebrich Juli-August 2016“ wurde an den Vorstand und den Beirat verteilt. Der oben genannte Aufsatz (Publikationen 2) referiert die wesentlichen Teile der Dokumentation.

Im Berichtsjahr wurde nach der Entfernung einer Holzverkleidung das Innere des spätestens 1464 vollendeten Sakramentshäuschens freigelegt. Diese Datierung legt auch das Wappen des Antoniterpräzeptors Johann Gutgeld nahe. Die Farbfassung, ein leuchtendes Blau mit goldenen Sternenapplikationen, geht mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls auf das 15. Jahrhundert zurück. Sollte sich das durch die für 2018 vorgesehene Sicherung und Grundkonservierung als richtig erweisen, so hätten wir an dieser Stelle des Chores einen der wenigen originalen Farbbefunde des 15. Jahrhunderts in der Kirche.

Eine weitere Originalmalerei des 15. Jahrhunderts ist das Bild des Jüngsten Gerichtes über dem Triumphbogen am Ende des Mittelschiffs. Sie entstand etwa um 1480 als Stiftung des Präzeptors Johann von Collick. Es handelt sich nicht um ein „Fresco“, wie oft zu lesen ist, sondern um eine „al secco-Malerei“ bei der die Farbe auf dem trockenen Putz aufgetragen ist und nicht dauerhaft mit dem Untergrund versintert. Bei dieser Art Malerei besteht langfristig die Gefahr, dass die Farbpartikel sich vom Untergrund lösen und als Staub abfallen. Dabei können Temperaturunterschiede, Zugluft oder andere mechanische Einwirkungen eine Rolle spielen. Obwohl dies wegen der Unzugänglichkeit des Bildes schwer ist, sollte in regelmäßigen Abständen der Zustand der Malerei auf Schäden überprüft werden. Im Jahr 1987 wurde mittels eines kleinen Fensters im Bild geprüft, ob ältere Malschichten, eventuell gar aus karolingischer Zeit, darunter liegen. Das war nicht der Fall und ist nach heutigem Forschungsstand auch nicht mehr zu erwarten.

Wissenschaftliche Begutachtung des Mauerwerks und der Bauphasen

Schon im Beiratsbericht für 2016 wurde darauf hingewiesen, dass eine mit wissenschaftlichen Methoden durch geführte verformungsgerechte Aufnahme des Mauerwerks, insbesondere aus den karolingischen und hochmittelalterlichen Bauphasen von 830-850 und nach 1090 ein Desiderat der Forschung am Bauwerk ist. Die dendrochronologische Datierung von 1985 und die C14-Datierung von 2015 geben einen klaren Hinweise auf eine Datierung des Langhauses der Kirche in das 9. Jahrhundert, ein Nachweis durch eine mit modernen Methoden durchgeführte Untersuchung des im Dachraum problemlos zugänglichen Mauerwerks steht allerdings noch aus. Eine solche hat mit den begrenzten Möglichkeiten der damaligen Zeit und mit begrenzter Zielsetzung letztmals 1930-1932 stattgefunden. Heutige Untersuchungsmethoden, bis hin zum Nachweis von Kohlenstoff im Mauermörtel, versprechen neue Erkenntnisse.

Eine erste Möglichkeit der Maueruntersuchung zeichnet sich an der Nord- und Ostwand des Nordsanktuariums ab. Hier ist für 2018 vorgesehen, das zugeputzte karolingische Fenster über dem großen Fenster am kleinen Eingang, das mit einiger Sicherheit aus der Zeit nach 1090 stammt und spätgotisches Maßwerk zeigt, wieder sichtbar zu machen. Gutes maßstabsgerechtes Planmaterial und alte Fotografien sind vorhanden. Die gesamte Nord- und Ostwand des Nordsanktuariums bieten sich für eine relative Chronologie an, die mit der Freilegung des karolingischen Fensterrestes über dem kleinen Eingang sichtbar gemacht werden kann. Es ist, auch im Bereich des alten Apsidenbogens an der Ostseite überwiegend mit Mauerwerk des 9. Jahrhunderts zu rechnen, ergänzt durch Fenster und Mauerteile aus der Zeit nach 1090 und später. Im Dachraum über dem Nordsanktuarium ist sogar noch originaler karolingische Putz zu erwarten, wie eine Begehung mit der Bauforscherin Katarina Papajanni nahelegte. Ausgehend von den am Nordsanktuarium gewonnenen Erkenntnissen, könnte dann ein Konzept für eine umfassende wissenschaftliche Begutachtung des Mauerwerks der Kirche entwickelt werden.

Der Beirat hat auch für das abgelaufene Berichtsjahr allen Anlass, denen, die sich für die Restaurierung und Pflege der Kirche einsetzen, aber auch für die Aufsicht während der Öffnungszeiten und für Führungen zu Verfügung stehen, sehr herzlich zu danken. Ohne den Einsatz dieser Personen wäre der gute Zustand der Kirche und deren Erhalt für die Kirchengemeinde und eine interessierte Öffentlichkeit nicht zu gewährleisten. Ein besonderer Dank aber gilt Herrn Ernst Josef Robiné und seinem Team, mit dem nicht nur in dessen Jahren als Vorsitzender, sondern schon seit den ersten Jahren des Bestehens der Stiftergemeinschaft Justinuskirche eine enge und freundschaftliche, von Erfolg gekrönte Zusammenarbeit besteht.

Für den Beirat der Stiftergemeinschaft Justinuskirche

Dr. Wolfgang Metternich      im Februar 2018

Ein neues Buch über Justinuskirche in der Reihe der „Blaue Bücher“

Seit einigen Jahren liefen die Vorarbeiten für ein neues Buch, das die Justinuskirche auf dem aktuellen Stand der Forschung und der Restaurierungen in ausführlicher Form behandeln sollte. Man möchte meinen, über diese Kirche sei bereits alles Wissenswerte gesagt. Es zeigt sich jedoch, dass vor allem tiefgreifende und länger andauernde Restaurierungsprojekte – wie z.B. der Hochaltar -  nicht nur die Kirche in ihrem Erscheinungsbild verändern, sondern auch die Forschung am Bauwerk und seiner Ausstattung erheblich voranbringen. Allein die Renovierungen der vergangenen eineinhalb Jahrhunderte, die Neugestaltung durch Pfarrer Emil Siering ab 1890, die große Renovierung von 1930-32 und die Tätigkeit der Stiftergemeinschaft Justinuskirche seit 1983, sprechen in ihren Ergebnissen und begleitenden Schriften eine beredte Sprache. Es war deshalb angebracht, auch weil viele ältere Publikationen vergriffen und bisweilen nur schwer erhältlich sind, den seit 1986 in vielen und z.T. entlegenen Publikationen verstreuten Forschungsstand zusammenzufassen und mit neuen Ergebnissen und Argumenten zur Diskussion zu stellen. Zugleich soll damit dem Besucher und allen an der Justinuskirche Interessierten eine Publikation in die Hand gegeben werden, welches das heute verfügbare Wissen um die Kirche zusammenfasst und im Text mit einer ausführlichen Bebilderung zugänglich macht.

Einer erneuten Bewertung wurden die karolingischen Kapitelle und mehr noch die Kämpfer der Justinuskirche unterzogen. Schon seit 2007 wurden die als Vergleichsbeispiele in Frage kommenden Stücke, vor allem in Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien, und im byzantinischen Kulturbereich vor Ort neu aufgenommen. Bei den Kapitellen konnte dabei der schon früher festgestellte motivische Schwerpunkt im Raum Verona/Brescia (Meyer-Barkhausen 1933) bestätigt werden. Bei den Kämpfern kann, nach ersten früheren Erkenntnissen (Metternich 1979, 1986) deren motivische Herkunft aus dem antiken Mittelmeerraum und vor allem aus der byzantinischen Kunst der justinianischen Epoche (6. Jhdt.) nun anhand einer lückenlosen Kapitell- und Kämpferreihe vom 3. Jhdt. v.Chr. bis in die karolingische Zeit über rund 1200 Jahre belegt werden. Über das vorliegende Manuskript hinaus ist hierzu im Sommer 2017 ein Aufsatz für die Nassauischen Annalen 2018 geplant.

Eine besondere Aufmerksamkeit wurde den neueren Forschungsbeiträgen besonders der überfälligen Diskussion um das Alter der Kirche und der Baumaßnahmen von 1090 gewidmet. Aus diesem Grunde wurde die Übertragungsurkunde von 1090 mit Hilfe der erfahrenen Mediävistin Frau Ursula Jaitner-Hahner aus München, die aus Höchst stammt und mit der Kirche vertraut ist, völlig neu übersetzt und ihr Inhalt einer kritischen Prüfung unterzogen. Das überraschende Ergebnis war, dass diese Urkunde bisher nicht richtig gelesen wurde und man sich in unkritischer Weise auf die recht freie Übersetzung Pfarrer Emil Sierings von 1890 bezog, der sich wiederum auf eine noch ältere Übertragung in einer Geschichte des Klosters St. Alban in Mainz stützte. Dabei war der Begriff „sartis...tectis“, den schon Cicero für noch existente, aber schadhafte Dächer verwendete, entscheidend, verwies er doch darauf, dass 1090 die Kirche keineswegs ein Trümmerhaufen (Scriba 1930) war, sondern, wenngleich reparaturbedürftig, aufrecht unter Dach stand. Die damaligen Baumaßnahmen entpuppten sich als Reparaturen am Südseitenschiff, die gleichzeitig genutzt wurden, um die Kirche im Zeitalter der Kirchenreform nach den Baugepflogenheiten des Reformkloster Hirsau im Schwarzwald auch liturgisch zu modernisieren. Die bauliche Ausrichtung der Kirche nach hirsauischen Reformgedanken ist insofern auch nicht erstaunlich, als in der historischen Fachliteratur dies schon seit 1949 (Büttner) diskutiert und begründet (Staab 1992) wird. Bisher unbekannte Abbildungen aus dem Landesamt für Denkmalpflege, die bei der Renovierung von 1930-32 entstanden, waren als Argumentationsbasis dabei hilfreich.

In diesem Zusammenhang musste auch der vom Referenten 1985 entdeckte und ins 9. Jahrhundert datierte Chorturm einer Revision unterzogen werden. Zwar ist seine Existenz bis 1464 urkundlich gesichert, er entstand mit Sicherheit aber erst nach 1090 im Zusammenhang mit der Einführung der „römischen Messe“ an einem, dem Hauptalter. Unter den weiteren neuen Erkenntnissen in diesem Buch muss auch der Kreuzaltar neu bewertet werden. Hier ist die Auseinandersetzung mit einer neuen Dissertation (Michaela Schedl 2016) über mittelrheinische Tafelmalerei, die inzwischen in prägender Weise in das DFG-Projekt „Mittelalterliche Retabel“ Eingang gefunden hat, dringend geboten. Da die Autorin offensichtlich das wichtige „Diarium der Antoniter“, vermutlich weil sie kein Latein kann, als Quelle nicht benutzt hat, begeht sie elementare Fehler. So unterscheidet sie nicht zwischen dem „altar summum“, dem Hochaltar und dem „altar maius“, dem Kreuz- bzw. dem Pfarraltar, was zur Folge hat, dass sie den Kreuzaltar im Chor bzw. in der Kapelle zum heiligen Kreuz (Sakristei) verortet.

Weitere neue Erkenntnisse sollen zur Sitzfigur des hl. Antonius, der sich derzeit zur Restaurierung in der Werkstatt des Landesamtes für Denkmalpflege mitgeteilt werden. Es ist zu hoffen, dass die Arbeiten an der Figur so rechtzeitig zum Abschluss kommen, dass die Resultate der Restaurierung und ein aktuelles Bild des neuen Zustandes oder eine Montage der Farbfassung von 1485 noch in das Buch aufgenommen werden können. Nachdem die Restauratorin Friederike Schäfer bereits im Dezember 2016 im Landesamt für Denkmalpflege einem kleinen Kreis von Fachleuten einen Bericht  über die Restaurierungsarbeiten und die aufgefundenen Reste der originalen Farbfassung gegeben hatte berichtete sie am 15. Feb. 2017 vor einem größeren Publikum über ihre Arbeit.

Der sprachliche Ausdruck des neuen Buches ist so gewählt, dass jeder, der interessierte Laie ebenso wie der Wissenschaftler, auf seine Kosten kommt. Darüber hinaus soll dieses Buch, das ein Gesamtkunstwerk mit einer Geschichte von rund 1200 Jahren (und mehr) zum Thema hat, dem Leser und Kirchenbesucher einfach Freude bereiten und natürlich Werbung für die Aktivitäten der Stiftergemeinschaft Justinuskirche machen. Das Buch ist Herrn Boullion, dem Initiator der Stiftergemeinschaft Justinuskirche gewidmet.

Das Buch wird in der Hauptauflage als Paperback erscheinen, es ist jedoch geplant, eine kleine Auflage als Hardcover/Leinen für besonderen Bedarf (Sponsoren, Werbegeschenke, Meinungsbildner) vorzulegen. Hierüber sollte in der Sitzung gesprochen werden. Die Arbeiten zur Drucklegung sind im Gange. Mit einer Auswahl von ca. 200 Abbildungen, von denen viele noch nie gezeigt wurden wurde ein erstes Layout erstellt. Zur Zeit werden die letzten Korrekturarbeiten durchgeführt. Es ist zu erwarten, dass das neue Buch im Mai vorliegt.

Literatur zur Justinuskirche im Internet

Eine sehr willkommene und hilfreiche Ergänzung zum vorgenannten Buchprojekt ist das nahezu vollständige Angebot aller bisher seit 1837 erschienenen Literatur im Internet auf der Homepage der Stiftergemeinschaft Justinuskirche unter www.justinuskirche.de/literatur-zur-justinuskirche.html. Sie wurde von Ernst Josef Robiné mit Unterstützung des Referenten einscannen lassen und steht nun der wissenschaftlichen Diskussion, aber auch jedem an der Geschichte der Kirche Interessierten vollständig zur Verfügung. Zusätzlich zur Literatur werden auch die schwer zugänglichen Quellen wie z.B. die Urkunde von 1090 (mit neuer Übersetzung), das Diarium der Antoniter, das Regelbuch der Antoniter, das Kirchenbuch und die Chronik der Pfarrei Höchst angeboten. Vor allem die seit langem vergriffenen Bücher wie Siering 1890, Scriba 1930 und Hensler 1932, aber auch die z.T. entlegene Aufsatzliteratur mit den wichtigen Beiträgen über die Restaurierung von 1930-32 kann nun von jedermann eingesehen werden. Es besteht die Absicht, die Übersicht weiter zu vervollständigen.

Mauerwerksuntersuchung

Die allgemein zur Verfügung gestellten Quellen und die Literatur sind auch geeignet ein weiteres wichtiges Projekt zur Geschichte und zur Datierung der Justinuskirche zu befördern. In den letzten Jahren fanden in der Kirche, ausgehend von Restaurierungsarbeiten an der Torhalle in Lorsch, ausgedehnte Mauerbeobachtungen statt. Ziel der Wissenschaftler war es, Vergleichsmaterial an karolingischem Mauerwerk in Deutschland und der Schweiz zu gewinnen. Die Ergebnisse diese Arbeiten haben sich für die Justinuskirche in dem Artikel von Frau Christine Kenner und Katarina Papajanni über die hiesigen Mauerwerksuntersuchungen niedergeschlagen. Er ist in dem von Katarina Papajanni  und Judith Ley herausgegebenen Buch „Karolingezeitliche Mauertechnik in Deutschland und der Schweiz“, das im September 2016 vorgelegt wurde enthalten und bestätigt die Datierung  der Kirche ins 9. Jahrhundert. Im Rahmen dieser Arbeiten wurde auch eine C14-Datierung des Mauerwerks der vorgenommen, welche die ältere Dendrochronologie absicherte. In diesem Zusammenhang wurde allen Beteiligten klar, dass eine vollständige verformungsgerechte Aufnahme des Mauerwerks der Justinuskirche ein schmerzliches Desiderat ist. Vorgespräche über die Durchführung einer solchen, auch Kosten verursachenden, Maßnahme sind bereits aufgenommen worden. Es ist zu hoffen, dass diese Maßnahme in den nächsten Jahren durchgeführt werden kann.

Der Beirat hat auch für das abgelaufene Berichtsjahr allen Anlass, denen, die sich für die Restaurierung und Pflege der Kirche einsetzen, aber auch für die Aufsicht während der Öffnungszeiten und für Führungen zu Verfügung stehen, sehr herzlich zu danken. Ohne den Einsatz dieser Personen wäre der gute Zustand der Kirche und deren Erhalt für die Kirchengemeinde und eine interessierte Öffentlichkeit nicht zu gewährleisten. Ein besonderer Dank aber gilt Herrn Ernst Josef Robiné, mit dem nicht nur in dessen Jahren als Vorsitzender, sondern schon seit den ersten Jahren des Bestehens der Stiftergemeinschaft Justinuskirche eine enge und freundschaftliche, von Erfolg gekrönte Zusammenarbeit bestand.

Für den Beirat der Stiftergemeinschaft Justinuskirche

Dr. Wolfgang Metternich      06. Februar 2017